Verbraucherschutz im Fokus: Shein gerät ins Visier der EU-Behörden
Der bekannte asiatische Mode-Riese Shein muss sich aufgrund von Verstößen gegen EU-Verbraucherschutzrichtlinien einer Prüfung unterziehen. Nach Angaben der EU-Kommission und des Netzwerks der europäischen Verbraucherschutzbehörden (CPC-Netz) wurde der Modegigant aus China aufgefordert, innerhalb eines Monats konkrete Verbesserungsvorschläge vorzulegen, um potenziellen Sanktionen entgegenzuwirken.
Shein, gegründet in China und jetzt in Singapur ansässig, kombiniert die Rollen von Hersteller, Händler und Marktplatz. Während das Unternehmen mit günstigen Preisen lockt, stehen die Qualität der Produkte und der Wettbewerb mit europäischen Standards in der Kritik.
Konkret wird Shein vorgeworfen, irreführende Rabattaktionen zu präsentieren, die nicht auf den Originalpreisen der Produkte basieren, und Druck auf Verbraucher durch künstlich gesetzte Kauf-Deadlines auszuüben. Ebenso bemängeln die Behörden irreführende Angaben zur Nachhaltigkeit der Produkte sowie unzureichende Informationen und Handhabung des Retourenprozesses gemäß EU-Richtlinien.
In einer offiziellen Stellungnahme betont Shein seine Bereitschaft zur 'konstruktiven' Zusammenarbeit mit den EU-Behörden, ohne auf spezifische Vorwürfe einzugehen. Das Unternehmen unterstreicht sein Engagement zur Einhaltung europäischer Rechtsstandards und verspricht, alle Bedenken konstruktiv anzugehen.
Parallel dazu erweitert die EU ihre Überwachung auch auf Temu, einen anderen asiatischen Online-Marktplatz, der im November unter ähnliche Prüfung gestellt wurde. Die EU erwägt zudem, eine pauschale Abgabe auf Pakete aus Drittstaaten einzuführen, um durch gestiegene Überwachungskosten entstehende finanzielle Belastungen künftig auszugleichen.

