Verbraucherinitiative strebt Sammelklage gegen Facebook-Mutterkonzern Meta an
In einem bemerkenswerten Schritt zur Stärkung von Datenschutzrechten in Deutschland haben Verbraucherschützer eine Sammelklage gegen den Tech-Giganten Meta initiiert. Der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV) und der Hamburger Anwalt Max Baumeister haben die Klage vor dem Oberlandesgericht Hamburg eingereicht.
Die Vorwürfe zielen darauf ab, dass der Mutterkonzern von Facebook und Instagram intime Nutzerdaten auf unzulässige Weise sammle und verwende. Die Klage erstreckt sich auf Nutzer der Meta-Plattformen in Deutschland. Der VSV fordert eine Entschädigung: Erwachsene Nutzer sollen 5.000 Euro und minderjährige Nutzer 10.000 Euro erhalten. Darüber hinaus soll Meta verpflichtet werden, die gespeicherten Nutzerdaten zu löschen, die Datenerhebung zu unterlassen und umfassende Auskunft über seine Praktiken zu erteilen.
Kritisiert wird, dass Meta verdeckte Programme einsetzt, um User-Aktivitäten auf tausenden Websites und Apps zu überwachen und damit Einblicke in sensible Bereiche wie Gesundheit und Religion erhält. „Jeder Klick, jeder Suchbegriff, jeder Kauf wird protokolliert und kann mit hoher Wahrscheinlichkeit einzelnen Nutzern zugeordnet werden“, betonte Baumeister auf einer Pressekonferenz.
Meta hat bereits eine energische Zurückweisung der Vorwürfe angekündigt. Das Unternehmen stellt die Behauptungen als unbegründet dar und beabsichtigt, sich energisch zu verteidigen.
Baumeisters Kanzlei hat bereits zahlreiche Einzelklagen eingereicht, wobei bisherige Urteile teils zugunsten der Nutzer ausgefallen, teils abgewiesen worden sind. Jedoch sind viele dieser Urteile noch nicht rechtskräftig, da Meta Berufung eingelegt hat. Mit der Sammelklage geht der VSV bewusst in einen möglichen langwierigen Rechtsstreit.

