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USA stoppen Waffenlieferungen an Europa – Milliarden-Aufträge liegen auf Eis

11. November 2025, 09:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
USA stoppen Waffenlieferungen an Europa – Milliarden-Aufträge liegen auf Eis
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Wegen des US-„Shutdowns“ bleiben Waffenbestellungen europäischer Nato-Staaten im Wert von über fünf Milliarden Dollar liegen – darunter HIMARS, AMRAAM und Aegis-Systeme. In Washington streitet der Kongress über den Et
Die USA haben Waffenlieferungen an Europa aufgrund eines Government Shutdowns gestoppt. Das betrifft kritische NATO-Systeme und stellt die europäische Verteidigung in Frage.

Milliarden in Kisten – und niemand darf sie anfassen

Keine politische Debatte, kein außenpolitischer Konflikt – sondern ein Haushaltsstreit in Washington legt plötzlich die militärische Nachschubversorgung der Nato lahm. Nach Informationen des US-Portals Axios, die sich auf Einschätzungen des US-Außenministeriums stützen, dürfen Waffenbestellungen in Höhe von mehr als fünf Milliarden Dollar derzeit nicht ausgeliefert werden.

Die Liste liest sich wie ein Inventar moderner Kriegsführung:

  • HIMARS-Raketenwerfer,
  • AMRAAM-Luft-Luft-Raketen,
  • Aegis-Flugabwehrsysteme.

Gerade diese Systeme gelten als entscheidend für Europas Abschreckungsstrategie gegenüber Russland. Und jetzt? Paletten, Kisten, Verschläge – alles bereit, alles bezahlt. Nur: Die Stempelstelle in Washington hat geschlossen.

Wenn Amerika die Lichter ausmacht, wird Europa nervös

Der Grund dafür ist so banal wie folgenschwer: Government Shutdown.
Solange sich Republikaner und Demokraten im US-Kongress nicht auf ein Budget einigen, stehen entscheidende Behörden still. Keine Genehmigungen, keine Ausfuhren, keine Transporte.

Für Länder wie Polen, Dänemark und Kroatien, die sich in den vergangenen Jahren massiv auf amerikanische Ausrüstung verlassen haben, ist das ein Desaster. Polen plant seine Streitkräfte so umfassend wie nie zuvor zu modernisieren. Dänemark liefert eigene HIMARS an die Ukraine weiter – im Vertrauen darauf, Ersatz aus den USA zu erhalten. Doch jetzt steht Europa buchstäblich mit leeren Händen da.

Die Nato braucht Tempo – Washington liefert Bürokratie

Die Situation legt einen wunden Punkt offen:
Europa ist militärisch abhängig. Und zwar nicht nur von amerikanischer Technologie, sondern von der innenpolitischen Funktionsfähigkeit der USA.

Sobald in Washington ein Haushalt blockiert wird, kommt die Lieferkette zum Stillstand – selbst dann, wenn Verträge unterschrieben und Rechnungen bezahlt sind.

Für die Nato bedeutet das: Ihre modernsten Waffen hängen am Tropf eines parteipolitischen Machtkampfs im US-Senat.

Während Russlands Verteidigungsindustrie im Drei-Schicht-Betrieb produziert, streitet sich die amerikanische Politik darüber, ob eine Übergangsfinanzierung ein Zeichen von Schwäche oder Vernunft ist.

Ein Shutdown mit geopolitischem Kollateralschaden

Der Shutdown ist nicht nur ein finanzielles Problem.
Er gefährdet die Glaubwürdigkeit der USA als Sicherheitsgarant.

Wer europäische Armeen dazu drängt, mehr Verantwortung zu übernehmen, gleichzeitig aber die Auslieferung zentraler Systeme verzögert, sendet ein widersprüchliches Signal. Europas Regierungen müssen nun erklären, warum modernste Raketenabwehrsysteme – bereits bezahlt – nicht eintreffen, weil in Washington ein Kompromiss auf Zeit fehlt.

Showdown im Senat

In der Nacht zu Montag dann Bewegung:
Der US-Senat stimmte mit den Stimmen der Demokraten dafür, über einen Übergangsetat überhaupt zu beraten. Ein noch leiser Hoffnungsschimmer, kein Durchbruch.

Jede Stunde Verzögerung verlängert das Vakuum – und verschärft eine Frage, die Europa lange verdrängt hat:

Wie souverän ist die europäische Verteidigungspolitik wirklich, wenn ein Haushaltsstreit in Washington ausreicht, um ganze Beschaffungsprogramme zum Stillstand zu bringen?

Europa muss sich entscheiden

Die USA bleiben militärische Supermacht. Aber der Shutdown zeigt, wie fragil diese Abhängigkeit sein kann. Für Europa führt kein Weg mehr daran vorbei:
Eigene Fähigkeiten aufbauen. Eigene Lieferketten sichern. Eigene Industrie stärken.

Nicht aus Anti-Amerikanismus. Sondern aus Vernunft. Denn strategische Autonomie beginnt dort, wo man nicht warten muss, bis in Washington das Licht wieder angeht.

Finanzen / Global / USA / Waffen / NATO
[InvestmentWeek] · 11.11.2025 · 09:00 Uhr
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