USA planen Rohstoff- und Friedenspakt mit Kongo – Peking droht geopolitischer Rückschlag in Zentralafrika
Die Demokratische Republik Kongo steht kurz vor einer strategischen Wende in ihrer Rohstoffpolitik. Laut Informationen der Financial Times arbeitet Kinshasa mit Hochdruck an einem umfassenden Abkommen mit den USA, das nicht nur den Abbau kritischer Mineralien neu ordnen, sondern auch den bewaffneten Konflikt mit der Rebellengruppe M23 eindämmen soll. Die Einigung könnte bis Ende Juni stehen – sie ist jedoch noch nicht final.
Kern des geplanten Deals ist der Zugang zu Vorkommen an Tantal, Wolfram und Zinn im rohstoffreichen Ostkongo, unweit der Grenze zu Ruanda. Diese Mineralien sind essenziell für die Hightech-Industrie – von Halbleitern bis zu Batterien. Bisher dominiert China den Sektor, sowohl durch direkte Investitionen als auch über raffinierte Lieferketten. Der neue US-Vorstoß zielt nun auf eine Diversifizierung der Einflusszonen in Afrika.
Der kongolesische Bergbauminister Kizito Pakabomba betont die geopolitische Dimension des Abkommens: Es gehe nicht nur um neue Absatzmärkte, sondern darum, die Abhängigkeit von China gezielt zu reduzieren. Washington wiederum erhofft sich durch den Deal nicht nur strategischen Rohstoffzugang, sondern auch politischen Einfluss in einer Region, die zunehmend als geostrategischer Schlüsselraum betrachtet wird.
Ein brisanter Teil der geplanten Vereinbarung: Künftig könnten die Mineralien im Rahmen eines US-vermittelten Friedensprozesses legal zur Weiterverarbeitung nach Ruanda exportiert werden. Hintergrund ist die anhaltende Eskalation im Osten des Kongo, wo Kinshasa Ruanda seit Jahren vorwirft, Rohstoffe illegal zu fördern und die M23-Rebellen militärisch zu unterstützen. Ruanda bestreitet diese Anschuldigungen.
Nach Einschätzung von Verhandlungsnahen sollen Milliardeninvestitionen aus dem Westen in die Region fließen, sofern ein stabiler Rahmen geschaffen werden kann. Der Afrika-Berater von US-Präsident Donald Trump, Massad Boulos, bezeichnete das Projekt als „kombinierten Mineralien- und Friedensdeal“, der langfristige Stabilität schaffen solle. Eine offizielle Stellungnahme des US-Außenministeriums steht noch aus.
Das Vorhaben markiert einen Paradigmenwechsel. Während sich China über Jahre als nahezu alternativloser Partner für Afrikas Rohstoffstaaten etabliert hat, deutet sich nun eine Neuausrichtung an – mit den USA als politischem und wirtschaftlichem Gegengewicht. Entscheidend wird sein, ob Washington über das Versprechen von Investitionen hinaus auch diplomatisch liefern kann.

