US-Zölle: Pharmaprodukte aus der EU bleiben verschont
Die jüngsten Nachrichten über die neuen US-Zölle sorgten in der EU für Besorgnis. Doch nun gibt es Entwarnung für die europäische Pharmaindustrie, vor allem die deutsche: US-Regierungskreise bestätigten, dass Arzneimittelimporte aus der EU von den angekündigten 100-Prozent-Zöllen ausgenommen sind. Die Zollobergrenze bleibe bei 15 Prozent, so ein hochrangiger Regierungsbeamter. Diese Klarstellung kommt, nachdem die EU-Kommission annahm, dass einige Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, sich der neuen Regelung entziehen könnten.
US-Präsident Donald Trump hatte die neuen Zölle erst kürzlich bekannt gegeben, was die Pharmabranche in Aufruhr versetzte. Trump fordert von den Markenherstellern, entweder in den USA zu produzieren oder die Zölle in Kauf zu nehmen. Das sorgt insbesondere in der EU für Unsicherheit.
Jenseits der Arzneimittel betreffen die neuen Zölle auch andere Bereiche: Auf Möbel, insbesondere Küchenschränke und Badezimmerausstattungen, werden künftig 50 Prozent Zölle erhoben, während Polstermöbel mit 30 Prozent belastet werden. Große Lastwagen aus der EU sollen mit einer 25-Prozent-Abgabe belegt werden. Trumps Absicht dahinter: Die nationale Sicherheit der US-Wirtschaft zu stärken.
Die deutsche Pharmaindustrie atmet auf: Die USA sind der wichtigste Markt für deutsche Produzenten, und fast ein Viertel der Exporte geht dorthin, was 2024 einem Wert von 27 Milliarden Euro entsprach. Die mangelnden Preisbindungen in den USA machen den Markt besonders attraktiv. Ein Zollschock hätte weitreichende Folgen für den Export bedeuten können. Jedoch bleibt die Lage in anderen Branchen angespannt, denn die neuen Handelshemmnisse könnten auf internationaler Ebene für Turbulenzen sorgen.

