US-Wettbewerbsaufsicht nimmt Google ins Visier: Ein Jahrhundert-Prozess?
In einem faszinierenden Vorstoß, der die Spielregeln im digitalen Wettbewerb neu definieren könnte, schlagen die US-Regulierungsbehörden entschlossene Maßnahmen vor, um den langjährigen Monopolanspruch von Google im Bereich der Online-Suche zu beenden. Die umfangreichen Empfehlungen des US-Justizministeriums, die jüngst eingereicht wurden, beinhalten möglicherweise radikale Veränderungen für das Kerngeschäft von Google, darunter die Abtrennung des Chrome Webbrowsers und das Teilen von Suchdaten mit Wettbewerbern. Doch selbst bei einer rechtlichen Rückendeckung wird erwartet, dass Google wesentliche Änderungen frühestens 2026 umsetzt, bedingt durch die langsamen Mühlen der Justiz.
Die Bundesstaatlichen Ankläger verschärfen ihre Bemühungen in einem Fall, der noch während der Amtszeit von Präsident Donald Trump seinen Anfang nahm. Die Hauptintention dieser Vorschläge ist es, Google davon abzuhalten, seine marktbeherrschende Suchmaschine zu nutzen, um Konkurrenten unrechtmäßig auszubremsen und Innovationen zu behindern. Doch Google sieht die Dinge naturgemäß anders. Laut Kent Walker, dem Chefsyndikus des Unternehmens, geht der Vorschlag des Justizministeriums weit über die richterlichen Entscheidungen hinaus und könne etliche beliebte Produkte von Google gefährden, die Verbraucher täglich schätzen.
Nicht ausgeschlossen ist, dass die Wettbewerbshüter ihren Druck auf Google verringern könnten, insbesondere wenn der designierte Präsident Donald Trump den aktuellen Kartellwächter Jonathan Kanter ersetzen sollte.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem weit verbreiteten Chrome Browser, der laut den Empfehlungen verkauft werden soll. Als "Tor zum Internet" beschrieben, versorgt Chrome den Suchriesen mit wertvollen Nutzerdaten, die dann für zielgerichtete Werbemaßnahmen verwendet werden. Die Regulierungsbehörden sind überzeugt, dass der Verkauf von Chrome ein ausgeglicheneres Wettbewerbsumfeld schaffen könnte. Chrome ist auch Teil eines Applikationspakets auf Android-Geräten, das Google einen erheblichen Vorteil verschafft.
Gemäß StatCounter ist Chrome mit etwa 67 Prozent globaler Nutzung der weltweit führende mobile Webbrowser, knapp gefolgt von Apples Safari mit einer Nutzung von 18 Prozent.

