US-Verteidigungsminister mahnt Israel zum Schutz der Zivilbevölkerung im Gazastreifen
In einer eindringlichen Bitte hat der US-Verteidigungsminister Lloyd Austin Israel dazu aufgerufen, bei seinem Krieg gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen die Zivilbevölkerung zu schützen. Austin betonte, dass dies nicht nur eine moralische Verantwortung sei, sondern auch ein strategisches Gebot. Während einer Tagung in Simi Valley im Bundesstaat Kalifornien erklärte er, dass er während seiner Zeit im Irak im Kampf gegen den Islamischen Staat viel über Krieg in städtischen Gebieten gelernt habe. Eine der wichtigsten Lektionen sei gewesen, dass ein Krieg in Städten nur dann gewonnen werden könne, wenn die Zivilbevölkerung geschützt werde. Austin fügte hinzu, dass die Zivilbevölkerung im Mittelpunkt solcher Konflikte stehe und dass das Vertreiben dieser in die Arme des Feindes einen taktischen Sieg durch eine strategische Niederlage ersetze.
Der Pentagon-Chef informierte zudem, dass er persönlich die israelische Führung gedrängt habe, Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden, eine unverantwortliche Rhetorik zu unterlassen, Gewalt durch Siedler im Westjordanland zu verhindern und den Zugang zu humanitärer Hilfe deutlich zu verbessern. Austin hob hervor, dass jeder Staat das Recht habe, auf einen Terroranschlag wie den der Hamas gegen Israel zu reagieren. Gleichzeitig betonte er jedoch auch die Verantwortung jedes Staates, Zivilisten während eines bewaffneten Konflikts zu schützen.
Israels militärisches Vorgehen gegen die Hamas im Gazastreifen stößt aufgrund der hohen Zahl an zivilen Opfern in der palästinensischen Bevölkerung zunehmend auf Kritik. Auch die US-Regierung hat zuletzt ihre Unterstützung gegenüber Israel angepasst und mahnende Worte bezüglich des Schutzes von Zivilisten geäußert. Nachdem sie sich in den ersten Wochen des Konflikts weitgehend mit öffentlichen Ratschlägen zurückhielt und bedingungslos Israel unterstützte, änderte sich nun ihr Standpunkt. (eulerpool-AFX)

