US-Inflation kühlt auf 2,3 Prozent – Unternehmen kämpfen mit Trumps Zoll-Zickzackkurs
Die Verbraucherpreise in den USA sind im April nur um 0,2 Prozent gestiegen – exakt im Rahmen der Erwartungen. Im Jahresvergleich lag die Inflation bei 2,3 Prozent, der niedrigste Stand seit Februar 2021. Damit schwächt sich der Preisauftrieb leicht ab; im März hatte die Inflationsrate noch 2,4 Prozent betragen. Auch die Kerninflation, ohne volatile Energie- und Lebensmittelpreise, entsprach mit 2,8 Prozent den Prognosen.
Doch während die Preisentwicklung kurzfristig Stabilität signalisiert, sorgt Präsident Trumps erratischer Kurs in der Handelspolitik für Verunsicherung. Zunächst verhängte das Weiße Haus zu Monatsbeginn 10 Prozent Zoll auf sämtliche Importe und erhöhte die Sätze für chinesische Produkte drastisch auf bis zu 145 Prozent – nur um wenige Wochen später einen 90-tägigen Zollstopp im Handel mit China auszurufen.
Die Folge: Unternehmen, die auf chinesische Vorprodukte angewiesen sind, können kaum planen. Zwar wurde teils mit Importvorzieheffekten gegengesteuert, doch Goldman Sachs sieht darin lediglich einen Aufschub der Preisweitergabe. Viele Einzelhändler halten die Preise derzeit stabil, warnen aber vor anstehenden Anpassungen.
Ökonomen wie Michael Gapen von Morgan Stanley weisen darauf hin, dass sich Zollschocks erst verzögert in der Statistik niederschlagen. Die Regale seien aktuell noch mit Waren gefüllt, deren Preise auf Vereinbarungen von vor zwei bis drei Monaten beruhen.
Für die US-Notenbank verkompliziert sich die Lage. Zwar beließ die Fed ihren Leitzins zuletzt unverändert, doch das volatile Handelsumfeld erschwert geldpolitische Lockerungen. Die Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, Beth Hammack, betonte vergangene Woche, dass die Unsicherheit über Fiskal- und Handelspolitik die geldpolitische Zurückhaltung verlängern dürfte.
Während die Börsen kurzfristig positiv auf die Inflationsdaten reagierten – S&P-500-Futures drehten ins Plus –, bleibt der mittelfristige Ausblick angespannt. Unternehmen, die auf Alternativen zu China setzen wollen, stoßen oft auf dieselben Zollhürden oder höhere Produktionskosten andernorts. Die Folge ist eine strukturelle Belastung der Lieferketten – und ein inflationspolitischer Klotz am Bein der Fed.

