US-Immobilienmarkt unter Druck: Rekordtiefe bei schwebenden Hausverkäufen
Der US-Immobilienmarkt zeigt weiterhin Schwächen: Das Interesse an bestehenden Immobilien hat im Juli einen historischen Tiefstand erreicht. Hohe Preise und steigende Finanzierungskosten schrecken potenzielle Käufer zunehmend ab.
Der Index der National Association of Realtors (NAR) für unterzeichnete Kaufverträge fiel im vergangenen Monat um 5,5 % auf 70,2 – der niedrigste Wert seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001. Dieser deutliche Rückgang übertraf sämtliche Prognosen einer Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen und spiegelte rückläufige Verkäufe in allen vier Hauptregionen wider.
„Das positive Zusammenspiel aus Beschäftigungswachstum und höherem Wohnungsangebot konnte die Herausforderungen der Erschwinglichkeit nicht überwinden", erklärte Lawrence Yun, Chefökonom der NAR. Zudem spiele eine gewisse Zurückhaltung in Erwartung der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen eine Rolle.
Seit fast zwei Jahren leidet der Markt für gebrauchte Immobilien unter hohen Kreditkosten und einem knappen Angebot. Zwar haben sich die Hypothekenzinsen im Laufe dieses Monats auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr erholt, doch hohe Preise und begrenztes Angebot halten potenzielle Käufer weiterhin zurück, die auf günstigere Zinssätze hoffen.
„Sinkende Hypothekenzinsen werden zweifellos Käufer an den Markt bringen“, so Yun. Der Zinssatz für eine 30-jährige Festhypothek liegt nun unter 6,5 %, wie jüngste Äußerungen des Federal Reserve-Vorsitzenden Jerome Powell bekräftigen. Powell verkündete letzte Woche, „die Zeit sei gekommen“, dass die Zentralbank die Zinssätze senkt.
Niedrigere Finanzierungskosten könnten dazu beitragen, einen der am wenigsten erschwinglichen Wohnungsmärkte der Geschichte zu entlasten. Ein Preisindex für US-Häuser von S&P CoreLogic Case-Shiller erreichte am Dienstag einen neuen Rekord, mit einem Preisanstieg von 5,4 % im Jahresvergleich bis Juni.
Der Rückgang der Verkäufe erstreckte sich über alle vier US-Regionen, besonders deutlich aber im Mittleren Westen und im Süden. Der Nordosten verzeichnete den geringsten Rückgang. Yun bemerkte, dass die Region Neuengland sich zuletzt besser entwickelt habe als andere.
Die Zahlen zu den schwebenden Verkäufen sind oftmals ein Frühindikator für die Verkäufe von bereits bestehenden Häusern, da Häuser typischerweise ein bis zwei Monate vor dem tatsächlichen Verkauf unter Vertrag genommen werden.

