US-Börsen im Spannungsfeld: Anleger blicken skeptisch auf Handelskrieg und Unternehmenszahlen
Die Aussicht auf einen Handelskrieg zwischen den USA und Europa wirbelt die US-Aktienmärkte gehörig durcheinander. Nach den deutlichen Verlusten am Vortag wird auch der Beginn des Mittwochs-Handels mit leichten Abschlägen erwartet. Der Dow Jones Industrial, der bereits am Dienstag um 1,8 Prozent nachgegeben hatte, wird erneut 0,3 Prozent tiefer bei 48.321 Punkten erwartet. Ebenso plant der technologielastige Nasdaq 100 ein Minus von 0,3 Prozent bei 24.912 Punkten, nachdem er am Vortag über 2 Prozent eingebüßt hatte.
Präsident Donald Trumps Ankündigung von Strafzöllen gegen acht europäische Länder im Ringen um Grönland befeuert die Unsicherheit unter den Anlegern weiter. Im Raum steht die Frage, ob sich der Zollstreit zu einem vollumfänglichen Handelskrieg ausweitet. Analyst Christian Henke von IG spekuliert, dass die Europäische Union diesmal vor der Möglichkeit eines Handelskriegs nicht zurückschrecken könnte – anders als im April 2025, als Brüssel nachgab, um einen Konflikt zu vermeiden.
Auf Unternehmensseite belasten schwache Margenausblicke die Titel des Streaming-Giganten Netflix, die im vorbörslichen Handel um 7,6 Prozent abrutschten. Analyst Matt Britzman von Hargreaves Lansdown hebt hervor, dass die Märkte weniger auf vergangene Erfolge, sondern vielmehr auf die enttäuschende Margenprognose schauen.
Johnson und Johnson überzeugte dagegen, indem er dank erfolgreicher Medizintechnik und neuer Arzneimittel sowohl Umsatz als auch Gewinn steigern konnte. Dennoch fiel der Umsatzanstieg mit 6 Prozent geringer als erwartet aus, was die Aktie vorbörslich um 3,8 Prozent sinken ließ. Ebenfalls im Fokus steht der Versicherer Travelers, der trotz höherer Prämien und erfolgreicher Finanzgeschäfte vorbörslich leicht um 0,5 Prozent nachgab.
Auch Halliburton verzeichnete positive Nachrichten und legte vorbörslich 2,8 Prozent zu, nachdem das Fracking-Unternehmen die Marktschätzungen für den bereinigten Gewinn je Aktie übertraf.
Dagegen sanken die Titel von Kraft Heinz vorbörslich um 6,9 Prozent, bedingt durch Befürchtungen, dass Berkshire Hathaway seine Anteile abstossen könnte. United Airlines schlug dagegen den positiven Kurs ein: ihre Aktien stiegen vorbörslich um 3,0 Prozent, nachdem sie mit einer soliden Quartalsbilanz überrascht und eine optimistische Aussicht auf 2026 gegeben hatten.

