US-Bankenregulierer planen Anpassung des Kapitalpuffers für Großbanken
Die führenden Regulierungsbehörden der USA planen, den maßgeblichen Kapitalpuffer für die größten Banken des Landes um bis zu 1,5 Prozentpunkte zu reduzieren. Dies soll auf Bedenken reagieren, dass die bisherigen Regelungen den Handel im 29 Billionen Dollar schweren Markt für US-Staatsanleihen beeinträchtigen könnten.
Im Fokus der Federal Reserve, der Federal Deposit Insurance Corporation und des Office of the Comptroller of the Currency steht das sogenannte erweiterte zusätzliche Verschuldungs-Verhältnis (eSLR). Diese Regelung betrifft vor allem große US-Banken wie JPMorgan Chase, Goldman Sachs und Morgan Stanley.
Geplant ist, die Kapitalanforderung für die Holdinggesellschaften dieser Institute von derzeit 5% auf eine Spanne von 3,5% bis 4,5% zu senken. Ähnliche Anpassungen könnten auch für die Bankentöchter dieser Institute umgesetzt werden. Die aktuelle Diskussion erinnert an die Anpassungen von 2018, als unter der Administration von Präsident Donald Trump die eSLR-Berechnung auf US-amerikanische global systemrelevante Banken zugeschnitten wurde.
Seitdem wird das mögliche neue Regelwerk in der Finanzwelt aufmerksam verfolgt, während die genauen Änderungen noch in Diskussion sind. Die Ankündigungen trieben den KBW Bank Index am Mittwoch um 2% in die Höhe, was sich auch in einem Anstieg der Aktien von Branchenriesen niederschlug.
So kletterten die Aktien von JPMorgan um bis zu 3% und die von Wells Fargo um 2,9%. Der Vorschlag zielt darauf ab, das Verhältnis insgesamt zu verändern, ohne spezifische Aktiva wie US-Staatsanleihen auszuschließen, auch wenn dies einige Marktbeobachter erwartet hatten. Notizen aus den US-Regulierungsbehörden signalisieren jedoch, dass die Diskussion über die Zweckmäßigkeit eines Ausschlusses von Staatsanleihen aus der Berechnung weiter geöffnet bleibt.
Die Fed plant eine Besprechung am 25. Juni bezüglich des Plans, während die FDIC am 26. Juni über die verbesserte Version der SLR diskutieren wird. Fed-Chef Jerome Powell und andere hochrangige Beamte befürworteten Revisionen der gegenwärtigen Standards, um die Funktion der Banken als Marktvermittler zu stärken.
Dabei bleiben Fragen zur Anwendbarkeit der SLR auf Staatsanleihen ein zentrales Thema, da der Handel mit diesen Papieren während der Covid-Krise vorübergehend erleichtert wurde.

