Unzufriedenheit am Arbeitsplatz: Frauen stärker betroffen als Männer
Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa hat aufgedeckt, dass Frauen mit ihrem Arbeitsumfeld signifikant unzufriedener sind als ihre männlichen Kollegen. In der Erhebung gab jede fünfte Frau an, eher oder sehr unzufrieden mit ihrer beruflichen Tätigkeit zu sein. Bei den Männern äußerte dies hingegen nur etwas mehr als jeder zehnte. Auftraggeber der Studie war das Hamburger Job-Netzwerk Xing. Die Ergebnisse liegen der Deutschen Presse-Agentur exklusiv vor.
Seit 2012 analysiert Xing regelmäßig die Wechselbereitschaft von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland. Die jüngste Umfrage unter mehr als 3.400 berufstätigen Erwachsenen zeigt, dass die Wechselneigung im Vergleich zum vergangenen Jahr nahezu konstant geblieben ist. Interessanterweise bekundeten 36 Prozent der Befragten Interesse an einem neuen Arbeitgeber oder erwägen einen konkreten Stellenwechsel, wobei dieser Wert im Vorjahr bei 37 Prozent lag.
Häufige Beweggründe für den Wechselwunsch sind ein zu niedriges Gehalt, übermäßiger Stress und Unzufriedenheit mit der Führungskraft. Bemerkenswerterweise gaben insbesondere Frauen an, unter Stress zu leiden: 44 Prozent der wechselwilligen Frauen nannten dies als Grund, bei den Männern waren es lediglich 30 Prozent.
Petra von Strombeck, die CEO der Xing-Muttergesellschaft New Work, kommentierte, dass Frauen häufig in Teilzeitbeschäftigungen tätig sind und zudem die Hauptlast der unbezahlten Care-Arbeit tragen. Dies erklärt sie als Ursache für die hohen Stressniveaus, da die Verflechtung von Berufs- und Betreuungsverpflichtungen die Zeitfenster zusätzlich verengt. Zahlen des Statistischen Bundesamts bestätigen, dass Frauen mehr unbezahlte Sorgearbeit leisten als Männer, was sich ebenfalls auf Berufsleben und Zufriedenheit auswirken dürfte.

