United Internet stärkt Einfluss bei Mobilfunktochter 1&1
United Internet setzt auf eine Stärkung der Bindung zu ihrer Tochterfirma 1&1 und plant, ihren Anteil von aktuell 81 auf bis zu 90 Prozent zu erhöhen. Die Absicht zur Mehrheitsübernahme teilte das Unternehmen aus Montabaur mit und bot dafür einen Kaufpreis von 18,50 Euro pro Aktie an. Dieses Vorhaben könnte das Unternehmen bis zu 300 Millionen Euro kosten. Trotz dieser Übernahmepläne sollen mindestens zehn Prozent der Aktien weiterhin im Streubesitz verbleiben.
Die Nachricht wurde an der Börse positiv aufgenommen. Die Aktie von 1&1 erlebte einen rasanten Anstieg von fast 19 Prozent und erreichte zur Mittagszeit einen Stand von 18,28 Euro, womit sie sich klar an die Spitze des SDax setzte. Auch das Papier von United Internet verzeichnete mit knapp sechs Prozent Zuwachs eine beachtliche Wertsteigerung und war somit eine der stärksten Aktien im MDax. Diese Entwicklung lässt auf das Vertrauen der Investoren in die geplante Neustrukturierung schließen.
United Internet bekräftigt, dass eine vollständige Übernahme von 1&1 nicht auf der Agenda steht und auch kein Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag geplant ist. Ralph Dommermuth, der an der Spitze beider Unternehmen steht, betont die Bedeutung einer stabilen Aktionärsstruktur für die geplanten Investitionen in den Ausbau des 1&1-Mobilfunknetzes. Die 1&1-Gremien gaben bekannt, das Angebot bei Erhalt der Unterlagen sorgfältig prüfen zu wollen.
Karsten Oblinger von der DZ-Bank sieht in der Offerte eine überraschende, aber attraktive Gelegenheit, die Stimmrechtsmehrheit zu konsolidieren. Er unterstreicht die Notwendigkeit einer festen Eigentümerstruktur, um die Ausbaupläne von 1&1 erfolgreich umzusetzen. Neben 1&1 hält United Internet auch die börsennotierte Ionos als Tochtergesellschaft.

