UN-Sicherheitsrat: Plädoyer für grundlegende Reformen und stärkere Einbeziehung des globalen Südens
Die Forderung nach einer umfassenden Reform des UN-Sicherheitsrats wird immer lauter. Außenminister Johann Wadephul hat sich energisch für eine Neuausrichtung des prestigeträchtigen Gremiums ausgesprochen, um den globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. Wadephul betonte, dass der Sicherheitsrat die Welt von heute widerspiegeln müsse und nicht die Nachkriegszeit von 1945, und hob hervor, dass insbesondere der globale Süden eine bedeutendere Rolle einnehmen sollte.
Deutschland strebt im Juni 2026 an, für die Jahre 2027/2028 einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu besetzen. Momentan zählt zu dem Rat 15 der 193 UN-Mitgliedstaaten, darunter die USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich als ständige Mitglieder mit Vetorecht. Der Außenminister betonte die Bedeutung von vielseitigen Allianzen und zielgerichteter Klimaaußenpolitik, um sich gegen die Kandidaturen von Österreich und Portugal durchzusetzen.
Zudem hob Wadephul die Notwendigkeit hervor, das System zu vereinfachen, ohne jedoch das Engagement Deutschlands in den Vereinten Nationen zu schmälern. Kanzler Friedrich Merz unterstützt die Forderungen nach einer stärkeren Repräsentation Afrikas im Sicherheitsrat und argumentiert für zwei ständige Sitze für den Kontinent. Gemeinsam hätten Europa und Afrika erhebliche Stimmenmacht innerhalb der UN, die es zu nutzen gelte, um den Einfluss Afrikas entsprechend seines demografischen und geopolitischen Gewichts zu stärken.

