Umstrittener Auftakt in der Nordsee: One-Dyas beginnt Gasförderung
Die ersten Monate der Gasförderung in der Nordsee durch den Energiekonzern One-Dyas verliefen erfolgreich. Anlass zur Freude gibt die Zufriedenheit des Unternehmens mit der Produktion der Förderplattform N05-A unweit der Wattenmeerinseln Schiermonnikoog und Borkum. Genaue Produktionszahlen stehen bislang aus, doch die Erwartungen wurden bereits erfüllt. Beachtliche 35 Prozent des geförderten Erdgases fließen bereits in deutsche Haushalte und Unternehmen. One-Dyas plant, die Gasproduktion weiter auszubauen und bis zu drei Prozent des deutschen Gasbedarfs zu decken. Dabei ist das Unternehmen bemüht, die Abhängigkeit von ausländischen Energielieferungen zu reduzieren, besonders aus den USA und Russland.
Der Förderstart erfolgte in einer Testphase im März, nach dem Aufbau einer Bohrplattform etwa 20 Kilometer nordwestlich von Borkum. Die Vorbereitungen für Bohrungen auf deutschem Gebiet laufen, gestützt auf Genehmigungen des niedersächsischen Landesamts. Gegenwind kommt von Umweltschützern, darunter die Deutsche Umwelthilfe, die vor Gericht klagt. Das Hauptargument liegt in der Sorge um potenzielle Umweltschäden am Wattenmeer, einem Unesco-Weltnaturerbe. Der Prozess steht noch aus.
Parallel herrscht Unklarheit über den Fortgang der Stromkabelverlegung. One-Dyas plant, die Förderplattform mit Strom aus dem nahegelegenen Offshore-Windpark Riffgat zu versorgen. Auch hier stemmen sich Umweltverbände gegen das Projekt, besorgt um den Schutz maritimer Lebensräume. Das Verwaltungsgericht Oldenburg gewährte kürzlich eine wasserrechtliche Genehmigung zur Kabelverlegung, jedoch mangelt es an naturschutzrechtlichen Befreiungen, die für die Riffstrukturen erforderlich sind.
Offen bleibt, ob der Betrieb tatsächlich aufrechterhalten werden kann, während die betroffenen Parteien weitere rechtliche Schritte erwägen. Die Umweltministerien und Genehmigungsbehörden blicken gebannt auf die anstehenden Entwicklungen.

