Umleitung von Novatek Gas infolge von Produktionsstopp in Ust-Luga
Der russische Gaskonzern Novatek musste durch eine vorübergehende Stilllegung seines Gas-Kondensat-Komplexes in Ust-Luga rund 70.000 Tonnen Gas-Kondensat zum Schwarzmeerhafen von Noworossijsk umleiten. Ein Drohnenangriff am 24. August hatte dort einen Brand ausgelöst, der den gesamten Betrieb zum Erliegen brachte, einschließlich der Exportbeladungen.
Obwohl Ende August teilweise der Betrieb wiederaufgenommen wurde, bleiben zwei der drei Verarbeitungsanlagen in Ust-Luga außer Betrieb und beeinträchtigen die Raffination von Kondensat in wesentliche Brennstoffe wie Naphtha und Kerosin. Folglich hat Novatek begonnen, auf Rohkondensat-Exporte zurückzugreifen und alternative Routen zu erkunden.
Am 16. September wurde ein Frachter mit insgesamt ca. 140.000 Tonnen Ladung – inklusive der umgeleiteten 70.000 Tonnen – in Noworossijsk beladen. Diese wurde mit Rohöl von CenGeo gemischt und als marktfähiges 'Siberian Light'-Öl exportiert. Der Frachter befindet sich auf Kurs zum Suezkanal und es wird spekuliert, dass Indien das Ziel sein könnte.
Die Ölmärkte beobachten die Entwicklung mit Interesse, insbesondere wie schnell Novatek seine Ust-Luga-Anlagen wieder vollständig in Betrieb nehmen kann und ob Häfen wie Noworossijsk anhaltend größere Mengen aufnehmen können. Ölpreise schwanken derweil leicht, da Händler US-Wirtschaftsdaten und Lagerbestände gegen mögliche Auswirkungen der andauernden Ukraine-Drohnenkampagne abwägen. Zuletzt lag der Brent-Ölpreis bei 67,42 USD, während der WTI-Preis auf 63,58 USD fiel.

