Ukraine übergibt Russland Liste verschleppter Kinder – Kiew fordert Rückführung
In einem dramatischen Schritt zur Friedensförderung hat die Ukraine während der Verhandlungen in Istanbul eine Liste von Minderjährigen an Russland übergeben, die nach ukrainischer Darstellung von Russland illegal deportiert oder festgehalten werden. Andrij Jermak, Leiter des ukrainischen Präsidentenbüros, betonte auf Telegram, dass es sich um Hunderte Kinder handele, die Russland verbringet habe.
Deren Rückkehr sei essenziell für einen gerechten und dauerhaften Frieden, so Jermak weiter, und richtete einen klaren Appell an Russland, nun zu handeln. Der ukrainische Verhandlungsführer, Rustem Umjerow, äußerte die Hoffnung, dass Russland ein konstruktives Signal senden werde, indem es mindestens die Hälfte der aufgelisteten Minderjährigen zurückführt.
Kiew erwartet, dass dies ein entscheidender Schritt im Friedensprozess sein könnte, wie der Verteidigungsminister nach den Gesprächen vor Journalisten erklärte. Die ukrainische Regierung, die sich seit über drei Jahren gegen die russische Invasion wehrt, gab an, dass Russland über 19.500 Kinder aus besetzten Gebieten deportiert habe.
Trotz internationaler Bemühungen kehrten bisher nur etwas mehr als 1.000 dieser Kinder zurück. Einige der vermissten Minderjährigen befänden sich inzwischen in Deutschland. Der Internationale Strafgerichtshof hatte in diesem Jahr als Reaktion auf die Vorwürfe Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und die russische Kinderbeauftragte Maria Lwowa-Belowa erlassen.
In Istanbul verhandeln die Parteien zudem über eine mögliche Waffenruhe und den Austausch von Gefangenen, im Bestreben, dem seit Jahren andauernden Konflikt ein Ende zu setzen.

