Ukraine übergibt Liste verschleppter Kinder in Istanbul – Druck auf Russland wächst
In einem bedeutsamen Schritt hat die Ukraine bei den Verhandlungen in Istanbul eine Liste mit den Namen von Minderjährigen überreicht, die sie als verschleppt betrachtet. Laut dem ukrainischen Präsidentenbürochef Andrij Jermak handelt es sich um Hunderte von Kindern, die Russland angeblich unrechtmäßig deportiert oder in den vom Krieg vorübergehend besetzten Gebieten festhält. Die Rückführung dieser Kinder ist aus Sicht Kiews ein unverzichtbarer Bestandteil eines gerechten und stabilen Friedens.
Andrij Jermak betonte, dass der nächste Schritt nun in der Verantwortung Russlands liege. Bereits zuvor hatte die Regierung in Kiew erklärt, dass mehr als 19.500 ukrainische Kinder aus eroberten Gebieten von russischer Seite verschleppt worden seien. Erfreulicherweise konnten über 1.000 dieser Kinder, teilweise durch internationale Vermittlung, in ihre Heimat zurückkehren.
Zudem sind mehr als 160 Kinder, die nach ukrainischen Angaben verschleppt wurden, inzwischen in Deutschland aufgetaucht, zum Teil in Begleitung ihrer gesetzlichen Vertreter. Der Internationale Strafgerichtshof hatte zuletzt im Jahr 2023 Haftbefehle gegen den russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin sowie die russische Kinderbeauftragte Maria Lwowa-Belowa erlassen. Dies geschah aufgrund des Vorwurfs der Entführung ukrainischer Kinder.
Während die Ukraine sich seit über drei Jahren tapfer gegen die russische Invasion verteidigt, verhandeln Kiew und Moskau in Istanbul derzeit über eine mögliche Waffenruhe, den Austausch von Gefangenen und eine Beendigung des Krieges.

