Ukraine setzt auf Energy-Sharing: Selenskyj kündigt breiten Ausbau von Generatoren-Hilfen an
Die ukrainische Regierung zeigt sich entschlossen, der Energiekrise im Land mit konkreten Maßnahmen zu begegnen. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte an, Hausbesitzer bei der Beschaffung von Generatoren und alternativen Energiequellen finanziell zu unterstützen. Nach intensiven Beratungen mit Regierungschefin Julija Swyrydenko soll insbesondere für Eigenheimbesitzer und Wohnungseigentümergemeinschaften der Erwerb von autonomen Stromversorgungssystemen bezahlbarer werden. Diese Initiative wurde von Selenskyj in einer abendlichen Videobotschaft verkündet.
Bereits jetzt laufen Förderprogramme für Unternehmen auf Hochtouren. Laut Selenskyj sind bisher rund 20.000 Anträge auf Unterstützung für die Wartung und Reparatur von Generatoren gestellt worden. Darüber hinaus wurden zinslose Kredite in Höhe von rund einer halben Milliarde Hrywnja (knapp zehn Millionen Euro) zur Generatorenbeschaffung bereitgestellt. Trotz dieser Bemühungen weist Selenskyj darauf hin, dass der Bedarf voraussichtlich weit größer ist und die bereitgestellten Mittel womöglich nicht ausreichen.
Das Land leidet seit Jahresbeginn unter massiven Stromausfällen infolge russischer Luftangriffe, die die Energieinfrastruktur schwer getroffen haben. Infolge der Angriffe ist die Energieversorgung in Städten wie Kiew und Charkiw bei kalten Temperaturen stark eingeschränkt. Besonders besorgniserregend ist die Situation in Kiew, wo über 1.100 Wohnblocks bis zum kommenden Frühjahr ohne Heizung bleiben könnten. Unternehmen versuchen, ihren Betrieb mit Hilfe von Dieselgeneratoren aufrechtzuerhalten.
Um die Lage noch weiter zu strapazieren, hat der staatliche Energieversorger Ukrenergo für diese Woche erneut stundenweise Stromsperren in allen Teilen des Landes angekündigt, was die Herausforderung für Unternehmen und Privatpersonen weiter verschärfen dürfte.

