Investmentweek

Trumps Zoll-Dekret hilft vor allem Ford & Co.

02. Mai 2025, 11:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
US-Präsident Donald Trump hat Doppelzölle auf Autoimporte gestrichen – doch der „Sieg“ ist vor allem innenpolitisch motiviert. Für deutsche Hersteller wie BMW, Audi oder Volkswagen ändert sich kaum etwas. Im Gegenteil: Die Unsicherheit wächst.

Keine Woche ohne neue Zollnachricht aus Washington. Doch diesmal kam die Unterschrift an Bord der Air Force One: US-Präsident Donald Trump hat ein Dekret unterzeichnet, das Autoimporte von einer doppelten Belastung durch Stahl-, Aluminium- und Fahrzeugzölle befreien soll. Ein Signal der Entlastung? Nicht für alle.

Während Ford, GM und zahlreiche US-Zulieferer das Dekret als „wichtigen Sieg“ feiern, sehen sich europäische Autobauer erneut am Rand des Geschehens.

BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz werden weiterhin mit massiven Abgaben belegt – teils über 52 Prozent Zoll auf einzelne Komponenten. Der „Dominoeffekt“, vor dem die Branche warnte, ist nur aufgeschoben – nicht aufgehoben.

Trumps Deal nützt vor allem den Amerikanern

Was auf den ersten Blick nach fairer Regelung klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als maßgeschneiderte Politik für die US-Autoindustrie.

Die Rückerstattung der Zollkosten – im ersten Jahr bis zu 3,75 Prozent des Fahrzeugwerts – gilt nur temporär und endet stufenweise innerhalb von zwei Jahren.

Trump selbst sagte bei einer Veranstaltung in Michigan, dem Herzen der amerikanischen Autobranche, es gehe darum, die Hersteller „kurzfristig zu entlasten“.

Doch hinter der Geste steckt mehr als Pragmatismus: Die Symbolik soll Trumps Nähe zur heimischen Industrie demonstrieren – pünktlich zu den 100 Tagen seiner zweiten Amtszeit.

Für in Mexiko produzierte SUVs zahlen deutsche Autobauer bis zu 52,5 % Zoll – ein Wettbewerbsnachteil, der trotz des Dekrets bestehen bleibt.

Für deutsche Hersteller bleibt es teuer – und unberechenbar

Für europäische Autobauer bedeutet das Dekret vor allem eines: Planungsunsicherheit.

Analysten wie Stephen Reitman (Bernstein Research) warnen, dass selbst bei lokaler Produktion in den USA – etwa bei SUVs von BMW in Spartanburg oder Mercedes in Alabama – die Zölle auf importierte Bauteile weiterhin gelten. Da viele Komponenten wie Motoren oder Steuergeräte aus Europa oder Mexiko stammen, summieren sich die Belastungen dramatisch.

Beispiel BMW: Für Modelle, die in Mexiko gefertigt und in die USA exportiert werden, fallen aktuell bis zu 52,5 Prozent Zoll an. Für Kunden bedeutet das höhere Preise – oder Lieferverzögerungen, wenn Hersteller versuchen, mit Alternativen zu reagieren.

UBS warnt vor Milliardenschäden für Europas Autoindustrie

Eine Analyse der UBS beziffert die potenziellen Einbußen für europäische Hersteller auf rund 15 Prozent des operativen Gewinns – allein Volkswagen müsste mit einem Rückgang von etwa 2,8 Milliarden Euro rechnen, sollte Trump seine Drohung wahr machen und vollständig wirksame 25-Prozent-Autozölle aufrechterhalten.

Dass diese Zölle nun „gestapelt“ nicht mehr zusätzlich erhoben werden, entschärft das Problem nur teilweise. Denn der Ausgangswert von 25 Prozent bleibt bestehen – und trifft europäische Hersteller unverhältnismäßig stark, da sie viele Komponenten und Modelle nach wie vor außerhalb der USA fertigen.

Trump verspricht Planungssicherheit

Ein Kernproblem bleibt bestehen: die Unvorhersehbarkeit der Trump’schen Handelspolitik. Branchenkenner berichten von wöchentlich wechselnden Botschaften aus Washington.

Zoll-Rabatt mit Ablaufdatum: Die von Trump versprochene Zollentlastung von 3,75 % gilt nur zwei Jahre – und nicht für alle Hersteller.

Mal sollen Investitionszusagen aus Europa mit Zollnachlässen belohnt werden, dann wieder wird mit neuen Strafmaßnahmen gedroht.

Porsche, so heißt es aus Branchenkreisen, verzichtet derzeit auf Preiserhöhungen für seine US-Modelle – in der Hoffnung, dass sich die Lage entspannt. Doch wie lange lässt sich dieser Puffer halten?

Für margenstarke Fahrzeuge wie den 911 mag das aufgehen. Im hochumkämpften SUV-Segment jedoch steigt der Druck. Besonders betroffen: Mittelklassefahrzeuge, die ohnehin mit knapper Marge kalkuliert sind.

Handelsminister Lutnick spricht von Erfolg

US-Handelsminister Howard Lutnick bezeichnete das Dekret als „Belohnung für Hersteller mit US-Fertigung“ – und stellte in Aussicht, dass die neuen Zollregelungen gezielt dort greifen, wo auch Arbeitsplätze entstehen. Ein indirekter Seitenhieb auf Hersteller, die ihre Produktion bislang nur zögerlich verlagert haben.

Zwar trafen sich zuletzt die Konzernchefs Ola Källenius (Mercedes), Oliver Zipse (BMW) und Kjell Gruner (VW USA) mit Trump zu Hintergrundgesprächen.

Doch konkrete Zusagen oder Entlastungen gab es bislang nicht. In Brüssel sorgt das für wachsenden Frust: Die EU wird weiterhin mit bis zu 27,5 Prozent Zoll auf Autos und Teile belegt – während US-Firmen in Europa auf deutlich bessere Bedingungen stoßen.

Finanzen / Märkte
[InvestmentWeek] · 02.05.2025 · 11:00 Uhr
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