Trump-Zollpolitik und Biotech-Deals: Turbulenzen an den US-Börsen erwartet
Die US-Börsen starten nach einem verlängerten Wochenende unter düsteren Vorzeichen in eine verkürzte Handelswoche. Ein wesentlicher Grund für die trüben Aussichten sind die jüngsten Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, ab Februar Strafzölle gegen ausgewählte europäische Länder zu erheben. Diese Zölle könnten ab dem 1. Juni weiter steigen, sofern die USA und Europa kein Abkommen zum Erwerb Grönlands erreichen. Während europäische Regierungschefs aktiv an Gegenstrategien arbeiten, wird in den USA mit einer baldigen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zur Rechtmäßigkeit dieser Zölle gerechnet.
Die Prognosen für die wichtigsten US-Indizes spiegeln die angespannte Lage wider. Der Dow Jones Industrial wird von Brokern vor der Eröffnung 1,3 Prozent tiefer bei 48.713 Punkten bewertet. Auch der technologielastige Nasdaq 100 wird mit einem Minus von 1,8 Prozent bei 25.081 Zählern erwartet.
Der Mischkonzern 3M, der im letzten Jahr erfreuliche Gewinne erzielte, plant für 2026 eine beschleunigte Gewinnentwicklung. Trotz dieser ehrgeizigen Pläne enttäuschte der Konzern im Vorfeld mit seinen Erwartungen, was zu einem vorbörslichen Kursrückgang von 4,7 Prozent führte.
Spannung herrscht im Angebotspoker um Warner Brothers. Netflix hat sein Gebot auf rund 83 Milliarden US-Dollar in bar angehoben, während Konkurrent Paramount mit 108 Milliarden US-Dollar für den gesamten Konzern inklusive CNN im Rennen bleibt. In der Folge kletterten die Netflix-Aktien vorbörslich um 1,0 Prozent, während die Anteile von Warner und Paramount leichte Verluste verbuchten.
Edelmetall-Produzenten wie Newmont und Agnico Eagle Mines erfreuen sich hingegen steigender Kurse, da Gold- und Silberpreise neue Höchststände erreichen. Diese Edelmetalle gelten besonders in unsicheren Zeiten, wie den aktuellen wirtschaftspolitischen Spannungen und der Iran-Krise, als sichere Anlagen.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Ankündigung der britischen GSK, das US-Biotech-Unternehmen Rapt Therapeutics zu übernehmen, was den Aktienkurs von Rapt vorbörslich um fast 64 Prozent ansteigen ließ. GSK bietet den Aktionären 58 Dollar pro Aktie, was einem gesamten Firmenwert von 2,2 Milliarden Dollar entspricht.

