Trump und die EU: Ein neuer Brief als Signal im Zollstreit?
Der Zollstreit zwischen den USA und der Europäischen Union erhält eine neue Dynamik durch Ankündigungen von Donald Trump. Der US-Präsident möchte einen Brief an die EU versenden, der Gespräche vorantreiben soll. In typischer Trump-Manier äußerte er sich optimistisch, dass ein solcher Brief fast mit einem Deal gleichzusetzen sei. Besonders hervor hob er die verbesserte Beziehung zur EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und beschrieb die Kommunikation als überwältigende Wendung, die die EU als ehemals harten Verhandlungspartner fast mit China gleichsetzt.
Trotz des Dialogangebotes plant Trump nach wie vor eigenmächtig Sonderzölle, insbesondere für Branchen wie Kupferimporte, Arzneimittel und Halbleiter. Diese würden mit erheblichen Aufschlägen belegt werden, ähnlich wie bereits zuvor bei Stahl, Aluminium sowie Auto- und Autoteilen. Diese Maßnahmen sollen laut Trump helfen, die Produktion in die USA zurückzubewegen und vermeintliche Handelsungleichgewichte zu beseitigen.
Die EU-Kommission sieht Trumps Zölle allerdings kritisch und in Konflikt mit WTO-Regeln. Die Verhandlungen über mögliche Zollvereinbarungen scheinen jedoch bislang nur minimalen Fortschritt zu machen. Ein dreiseitiges Dokument ist Gegenstand der derzeitigen Gespräche. Importvolumina von Autos könnten darin festgelegt werden, doch bleibt viel Raum für Klärungsbedarf über zukünftige Details. Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, mahnte zu zügigem Handeln, um umfassende Lösungen für die gegenwärtigen und drohenden Zollproblematiken zu gewährleisten.
Die Auswirkungen des Zollstreits sind bereits spürbar, was sich in einem dramatischen Rückgang der deutschen Exporte zeigt. Schätzungen zufolge generieren die angekündigten Zölle bis 2025 Einnahmen von über 300 Milliarden US-Dollar, wichtige Gelder, um Trumps finanzpolitische Zusagen einzuhalten.
In jüngster Zeit hat Trump über ein Dutzend Zollvorgaben an mehrere asiatische Länder kommuniziert und die Frist für einige angekündigte Zölle auf den 1. August verschoben. Dennoch bleibt Trump trotz möglicher Vorschläge von Handelspartnern bei seinem time-lock-Ansatz kompromisslos fest.

