Trump setzt auf Handelsdeals bis zum 9. Juli – doch Zweifel am Zeitplan wachsen
US-Präsident Donald Trump hält an seiner selbst gesetzten Frist vom 9. Juli fest, um mit wichtigen Handelspartnern Abkommen zu erzielen und damit neue Strafzölle abzuwenden. „Ich denke nicht, dass ich sie verlängern muss“, sagte Trump in einem am Freitag aufgezeichneten Interview mit Fox News. Gleichzeitig ließ er die Möglichkeit offen: „Ich könnte es tun – kein großes Ding.“
Die Frist betrifft jene April-Tarife, die laut Plan automatisch wieder in Kraft treten, sollte es bis dahin keine Einigung geben. Dabei handelt es sich um länderspezifische Zölle von bis zu 25 %, die ursprünglich zur Reduktion von Handelsdefiziten eingeführt wurden. Trump hat deutlich gemacht, dass er notfalls bereit ist, die Maßnahme durchzusetzen. „Ich würde es lieber abkürzen. Ich könnte jedem einfach schreiben: ‚Glückwunsch, ihr zahlt jetzt 25 %.‘“
Gleichzeitig warnte Finanzminister Scott Bessent vor überhöhten Erwartungen. „Wir führen intensive Gespräche mit vielen Ländern, einige Angebote sehen vielversprechend aus“, sagte er am Freitag auf Fox Business. „Aber es ist nicht sicher, dass wir bis zum 9. Juli alles abschließen.“ Ein Szenario, bei dem ein Teil der Vereinbarungen bis zum Labor Day Anfang September unter Dach und Fach ist, sei wahrscheinlicher.
Ziel der Regierung ist es, mit bis zu 18 zentralen Handelspartnern neue Vereinbarungen zu erzielen. Bisher liegen jedoch nur Teilfortschritte vor. Die Vereinbarung mit dem Vereinigten Königreich gilt zwar als umfassend, enthält jedoch noch offene Fragen – etwa zu Regulierungsstandards. Auch das jüngste Abkommen mit China lässt Punkte wie den Umgang mit Fentanyl-Schmuggel und Marktöffnungen für US-Exporteure unbeantwortet.
Indien könnte zu den ersten Ländern gehören, mit denen ein Deal unterzeichnet wird. Eine Delegation aus Neu-Delhi führte vergangene Woche Gespräche in Washington, Details blieben allerdings vertraulich.
Der Druck steigt: Sollte die Frist verstreichen und keine Abkommen erzielt werden, drohen neue Zölle, die auch US-Importeure und Konsumenten treffen könnten – mitten in einer Phase zunehmender Unsicherheit auf den Weltmärkten.

