Trump legt nach: Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell wird unerwartet präsentiert
In einer unverhofften Wende der Ereignisse hat US-Präsident Donald Trump seinen bevorzugten Kandidaten für die Nachfolge des derzeitigen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell bereits früher als erwartet zur Bekanntgabe vorgelagert. Obwohl ursprünglich eine Ankündigung für die kommende Woche geplant war, erklärte Trump, der Name werde schon am Freitagmorgen bekannt gegeben. Die Amtszeit Powells endet regulär im Mai, doch die Spekulationen über seinen Nachfolger laufen schon heiß.
Zu den in Erwägung gezogenen Namen zählen Trumps Berater Kevin Hassett, der frühere Fed-Gouverneur Kevin Warsh, der amtierende Fed-Gouverneur Christopher Waller und der Blackrock-Manager Rick Rieder. Obwohl Hassett zeitweise als Favorit galt, scheinen sich derzeit die meisten Beobachter auf Warsh zu konzentrieren. Der US-Präsident hat das exklusive Vorschlagsrecht für den Posten des neuen Notenbankchefs, doch steht ihm der Senat noch im Weg, der der Nominierung zustimmen muss.
Im Kongress stößt Trump mit seinem Vorschlag jedoch auf Widerstände, insbesondere angesichts der strafrechtlichen Untersuchungen gegen Powell, der Umstände einer möglichen falschen Aussage im Zentrum des Interesses. Kritiker sehen in dem Vorgehen des Justizministeriums einen Versuch der politischen Einflussnahme auf die Fed. Die Nominierung muss jedoch zuerst den Finanzausschuss des Senats passieren. Nach der Ankündigung von Thom Tillis, alle Nominierungen zur Fed zu blockieren, solange die Ermittlungen gegen Powell nicht eingestellt werden, steht Trump eine Hürde bevor, die er nicht ignorieren kann.
Trumps anhaltendes Bestreben, die Fed zu einem niedrigeren Leitzins zu bewegen, hat in der Vergangenheit zu Spannungen geführt. Die Notenbank agiert jedoch unabhängig und richtet sich ausschließlich nach ökonomischen Daten. Der ständige Druck des Präsidenten auf die finanzpolitischen Hüter belastet inzwischen nicht nur das Ansehen der Fed, sondern auch den US-Dollar und amerikanische Staatsanleihen. Es bleibt abzuwarten, ob der designierte Nachfolger die Anforderungen der politischen und wirtschaftlichen Stabilität in Einklang bringen kann, ohne den bereits durch Trumps Eingriffe verursachten Schaden zu vergrößern.

