Trump fordert zügige Entscheidung der Hamas in Nahost-Friedensgesprächen
Im Vorfeld der geplanten Friedensgespräche in Ägypten hat US-Präsident Donald Trump die Hamas aufgefordert, rasch seinen Nahost-Friedensplan zu akzeptieren. Trump verdeutlichte auf der Plattform Truth Social, dass er keine Verzögerungen und kein Resultat dulden werde, das den Gazastreifen weiterhin als Bedrohung sehen würde. Ziel sei es, die Angelegenheit schnell zu einem Abschluss zu bringen.
Parallel dazu hat das ägyptische Außenministerium angekündigt, dass Verhandlungen zwischen Vertretern Israels und der Hamas stattfinden sollen, um einen Austausch israelischer Geiseln im Gazastreifen gegen palästinensische Gefangene vorzubereiten. Diese Gespräche sollen in der kommenden Woche unter der Vermittlung Dritter abgehalten werden und Teil eines breiteren regionalen und internationalen Ansatzes sein, der durch Trumps Friedensinitiative angestoßen wurde.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff wird in der Region erwartet, um die Verhandlungen zu unterstützen. Auch der deutsche Außenminister Johann Wadephul befindet sich derzeit im Nahen Osten, um sich über die Lage mit seinem katarischen Amtskollegen auszutauschen. Katar spielt als Vermittler zwischen Israel und den Palästinensern eine zentrale Rolle.
Ein weiteres Gesprächsthema wird die Erörterung der letzten Details zur Geiselübergabe sein. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat betont, dass die Verhandlungen mit der Hamas innerhalb weniger Tage abgeschlossen sein sollen. Eine Waffenruhe kann laut Trump sofort in Kraft treten, sofern die Hamas Israels vorgeschlagene Rückzugslinie akzeptiert. Eine von Trump veröffentlichte Grafik zeigt zwar eine Rückzugslinie, doch detaillierte Pläne stehen noch aus.
Netanjahu äußerte sich optimistisch über die baldige Freilassung der Geiseln, mahnte jedoch zur Vorsicht. Dabei könnten die israelischen Truppen weiter im Gazastreifen stationiert bleiben. Schlüsselkomponenten des Friedensplans beinhalten die Entwaffnung der Hamas und die Demilitarisierung des Gazastreifens, was für die Hamas nach wie vor schwer hinzunehmen scheint.
Innerhalb der israelischen Regierung gibt es zudem Spannungen: Rechtsextreme Koalitionspartner drohen mit einem Bruch, sollten die Armeeaktionen im Gazastreifen gestoppt werden. Finanzminister Bezalel Smotrich sieht in Netanjahus Annäherungsversuch einen schweren Fehler und auch Polizeiminister Itamar Ben-Gvir droht mit dem Ausstieg seiner Partei, sollten die Verhandlungen zur Beendigung der Hamas nicht gelingen.
In Tel Aviv haben sich 120.000 Menschen versammelt, um für eine schnelle Freilassung der Geiseln und einen Friedensschluss zu demonstrieren. Die Mutter eines entführten Israelis äußerte Sorgen, dass der politische Druck von Smotrich und Ben-Gvir die Verhandlungserfolge gefährden könnte. Die Hamas hat unterdessen einige Punkte des Plans akzeptiert, verlangt jedoch weitere Gespräche.

