Trump erwägt vorzeitige Nachfolgeregelung für US-Notenbankchef Powell
Präsident Donald Trump zieht in Erwägung, bereits vor dem regulären Ende der Amtszeit von US-Notenbankchef Jerome Powell einen Nachfolger zu benennen. Entsprechende Überlegungen könnten bereits im September oder Oktober bekannt gegeben werden, wie aus einem Bericht des renommierten "Wall Street Journal" hervorgeht. Die Zeitung stützt sich hierbei auf vertrauliche Informationen aus nicht namentlich genannten Quellen. Einer der Insider betonte, die anhaltende Frustration des Präsidenten über Powells Politik könnte sogar zu einer noch früheren Ankündigung im Sommer führen.
Kritik an Powell ist für Trump kein Neuland. Der amtierende Fed-Vorsitzende wurde mehrfach von ihm heftig attackiert, insbesondere hinsichtlich der Forderung des Präsidenten nach einer Zinssenkung. Seit Dezember des vergangenen Jahres verbleibt der US-Leitzins stabil zwischen 4,25 Prozent und 4,50 Prozent, wie die Notenbank kürzlich bestätigte.
Als mögliche Kandidaten für Powells Nachfolge erwägt Trump den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh und Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council. Der Finanzminister Scott Bessent könnte ebenso ins Gespräch gebracht werden. Ergänzend dazu werden der ehemalige Weltbankpräsident David Malpass und der aktuelle Fed-Gouverneur Christopher Waller als potenzielle Anwärter genannt. Powells Amtszeit endet regulär im Mai 2026, aber eine frühe Nachfolgeregelung könnte die letzten Monate seiner Amtszeit entscheidend beeinflussen und seine Handlungsfähigkeit einschränken.
Die Spekulationen rund um eine mögliche Zinssenkung drückten auf die Stärke des US-Dollars am Devisenmarkt, während der Euro im Gegenzug kurzzeitig auf 1,1717 Dollar anstieg - ein Niveau, das zuletzt im September 2021 erreicht wurde. Die Aussichten auf eine vorgezogene Erleichterung der Geldpolitik in den USA könnten weitreichende Auswirkungen nicht nur auf den Dollar, sondern auch auf die globale Finanzlandschaft haben.

