Trump erneut Präsident – Ein Schatten aus der Vergangenheit?
Der US-Kongress hat nun offiziell den Sieg Donald Trumps bei der jüngsten Präsidentenwahl bestätigt. Kamala Harris, die als amtierende Vizepräsidentin gegen Trump kandidierte, verkündete in einer gemeinsamen Sitzung der beiden Parlamentskammern das endgültige Wahlergebnis. In ihrer Rolle als Senatspräsidentin fiel Harris die Aufgabe zu, den formalen Ablauf der Zertifizierung zu leiten. Diese Zertifizierung des Wahlergebnisses war der letzte formelle Schritt vor Trumps bevorstehender Vereidigung am 20. Januar.
Vor vier Jahren hatte die Bestätigung eines Wahlsiegs zum ersten Mal in der Geschichte der USA zu einem Gewaltausbruch geführt. Trump-Anhänger hatten damals das Kapitol gestürmt, angestachelt durch Trumps Behauptungen über Wahlbetrug. Dieser beispiellose Vorfall hat sich tief in das kollektive Bewusstsein der USA eingebrannt und auch diesmal den Ablauf der Sitzung überschattet. Die Vorstellung, dass der Mann, der diese Unruhen zumindest mitverantwortete, bald erneut ins Weiße Haus einzieht, stößt auf geteilte Reaktionen in der Bevölkerung. Während einige Amerikaner Trumps Rückkehr mit Unverständnis betrachten, steht ihm eine treue Anhängerschaft gegenüber.
Erfreulicherweise verlief die jüngste Kongresssitzung ohne Zwischenfälle. Niemand zweifelte das Wahlergebnis an, es gab keine Einsprüche oder Störungen. Für die Demokraten bot der Ablauf die Möglichkeit, sich als glaubwürdige Opposition zu positionieren und Vertrauen in den demokratischen Prozess zu demonstrieren.
Trump wird in wenigen Tagen vor dem Kapitol als Präsident vereidigt. Im Vorfeld hat er angekündigt, diejenigen zu begnadigen, die am Sturm auf das Kapitol beteiligt waren, und bezeichnete sie als "politische Gefangene". Die Demokraten warnen indessen davor, die Ereignisse des 6. Januars 2021 umzudeuten oder zu vergessen. Dabei erinnern sie an Bidens Worte: Eine Nation, die ihre Vergangenheit verleugnet, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.

