Trendwende im Krypto-Markt: US-Zollpause zeigt Wirkung
Nach den jüngsten Turbulenzen an der Börse zeigt sich der Krypto-Markt wieder im Aufwind. Die von US-Präsident Donald Trump initiierte 90-tägige Zollpause hat bei Kryptowährungen für einen Aufwärtstrend gesorgt, der allerdings weniger ausgeprägt ist als auf dem Aktienmarkt. Bitcoin, das kürzlich unter die Marke von 77.000 US-Dollar gefallen war, notiert nun bei 82.000 US-Dollar. Dennoch bleibt das Allzeithoch aus dem Januar mit 109.000 US-Dollar in weiter Ferne. Ethereum und Solana haben ebenfalls leichte Gewinne verzeichnet, bewegen sich jedoch weiterhin weit unter ihren Höchstständen.
Die Zollentscheidung, die allerdings nicht China betrifft, ist laut André Dragosch von Bitwise ein entscheidender Faktor für die Marktentwicklung. Anfang des Jahres hatten aggressive US-Zölle bereits die wirtschaftliche Landschaft erschüttert und sowohl traditionelle als auch digitale Vermögenswerte beeinflusst. Diese Ankündigung der 90-tägigen Zollpause hat weltweit Abflüsse aus Krypto-Trackern zur Folge gehabt, mit Ausnahme Europas, das Zuflüsse verzeichnet.
Die Sorge vor einer steigenden Inflation und die sinkende Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen durch die US-Notenbank machen Kryptowährungen weniger attraktiv, wie Dovile Silenskyte von WisdomTree betont. Dennoch zeigen europäische Investoren ein differenziertes Verhalten mit Investitionen in Krypto-ETNs, die ansonsten von vergleichsweise geringen Handelsvolumen geprägt sind. Ivo Orlemann von der ICF Bank und Leo Puschmann von Lang & Schwarz melden zwar geringere Umsätze, verweisen jedoch auf einen stabilen Handel insbesondere bei Bitcoin-ETNs.

