Transformation der Zeitungsbranche: Digitale Erlöse auf dem Vormarsch

Die deutsche Verlagswelt befindet sich an einem Wendepunkt, mit mehrheitlich optimistischen Aussichten auf die kommenden Jahre. Eine kürzlich vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) in Zusammenarbeit mit der Beratung Highberg durchgeführte Trendumfrage zeigt deutlich, dass knapp 68 Prozent der Zeitungs- und Digitalverlage erwarten, ihre redaktionellen Kosten in den nächsten fünf Jahren vollständig durch digitale Erlöse zu decken.
Die Studie verdeutlicht den Transformationsprozess, in dem sich die Branche befindet. Zwei Drittel der führenden Köpfe der Verlage schauen zur Jahreswende 2025/26 mit Optimismus auf die bevorstehende Entwicklung und mehr als die Hälfte sieht ihr Unternehmen gut auf die digitale Zukunft vorbereitet.
Dabei scheint der Erfolg im Digitalgeschäft greifbar: Verlage antizipieren für die kommenden Jahre eine zweistellige Wachstumsrate bei digitalen Abonnements sowie Vertriebs- und Werbeerlösen. In kontrastierender Entwicklung erwarten rund 60 Prozent der Befragten das gänzliche Verschwinden der Printzeitungen binnen 15 Jahren. Trotzdem wollen sie an hohen Qualitätsstandards festhalten und die Erscheinungstage und Zustellstandards unverändert aufrechterhalten, obwohl die Druck- und Logistikkosten steigen dürften.
Ein weiterer zentraler Trend ist die verstärkte Marktzentralisierung und der umfassende Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die überwiegende Mehrheit der Verlage – 97 Prozent – erwartet durch KI erhebliche Effizienzgewinne und Kostensenkungen, vor allem im redaktionellen Bereich. In den Bereichen Redaktion, Lesermarkt, Werbemarkt und Verwaltung rechnen jeweils 60 bis 80 Prozent mit Einsparungen von bis zu zehn Prozent.
Auf Sicht der kommenden zwölf Monate sehen die Verlage die größten Chancen in der Steigerung digitaler Abonnement-Erlöse, insbesondere bei E-Papern, sowie in Effizienzgewinnen durch den Einsatz von KI. Die Hauptrisiken bleiben ein potenzieller Rückgang im Werbemarkt, steigende Mindestlohnkosten und rückläufige Print-Vertriebserlöse.

