Tragödie in Iran: Protestwelle fordert tausende Todesopfer
In Iran eskaliert die Situation im Zuge von landesweiten Massenprotesten dramatisch. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA, mit Sitz in den USA, hat nach eigenen Angaben bereits 5.002 Todesopfer verifiziert, darunter 4.714 Demonstranten, 207 Sicherheitskräfte, 42 Minderjährige und 39 unbeteiligte Zivilisten.
Neben diesen erschütternden Zahlen werden weitere 9.787 Todesfälle akribisch untersucht. Die angespannte Lage führte zudem zur Verhaftung von rund 26.800 Menschen, wie es in Berichten des HRANA heißt. Auch staatliche Medien bestätigen zahlreiche Festnahmen über diverse Landesteile hinweg.
Die iranische Justiz zeigt sich entschlossen, hart gegen sogenannte 'Unruhestifter' vorzugehen, wie kürzlich bekannt gegeben wurde. Die Protestbewegung begann im Dezember und erhielt durch die anhaltende Wirtschaftskrise eine neue Dringlichkeit. Sie weitete sich Anfang Januar zu massiven Demonstrationen in den großen Städten aus, die mit unverhältnismäßiger Härte unterdrückt wurden.
Nach Angaben der Regierung starben bei diesen Aufständen 3.117 Menschen. Die Führung in Teheran sieht die Hauptschuldigen für die hohe Opferzahl in Israel und den USA, denen sie gezielte terroristische Aktionen in jener Zeit vorwirft. Gleichzeitig kursieren zahlreiche Videoaufnahmen, die trotz Internetsperren an die Öffentlichkeit gelangten und mutmaßlich Sicherheitskräfte zeigen, die auf unbewaffnete Bürger schießen. Die Dimension des tödlichen Vorgehens gegen Protestierende ist in der Geschichte der Islamischen Republik ohne Präzedenz.

