Trafigura unter der Lupe: Skandale belasten den Rohstoffhändler
Der internationale Rohstoffhändler Trafigura steht derzeit unter erhöhter Beobachtung seiner Kreditgeber, nachdem eine Reihe von Skandalen das Unternehmen erschütterten und seinen Wert minderten. Schwerwiegende Probleme in der mongolischen Öl-Sparte führten zu Verlusten von 1,1 Milliarden Dollar und beeinträchtigten die Gewinne sowie Dividendenausschüttungen erheblich. Bereits zuvor sorgte ein Nickel-Betrug im Ausmaß von 600 Millionen Dollar für Schlagzeilen.
Obwohl die Vorkommnisse in der Mongolei Fragen bei den Risikoausschüssen aufwarfen, führten sie nicht zu Kreditlinienaussetzungen. Dennoch verlangen Banken von Trafigura eine ausführliche Erklärung der Ereignisse und der Gegenmaßnahmen im Rahmen der bevorstehenden europäischen revolvierenden Kreditfazilität.
Finanzielle Rückschläge wie regulatorische Geldstrafen belaufen sich auf über 500 Millionen Dollar, wodurch sich der Nettogewinn für das Jahr auf 2,8 Milliarden Dollar reduzierte. Der Führungswechsel steht unmittelbar bevor: Richard Holtum wird Anfang des kommenden Jahres als neuer CEO antreten, während Jeremy Weir den Posten des Vorsitzenden übernimmt.
Ein Indiz für den Stellenwert der finanziellen Tragweite ist die steigende Vorsicht der Kreditgeber. Das Unternehmen unterzog seine Compliance- und Risikokontrollmechanismen einer umfassenden Überarbeitung, was zur Aufdeckung der Missstände in der Mongolei beigetragen hat. Ein externer Prüfbericht ist derzeit in Bearbeitung.
Dabei offenbart sich: Trafigura beklagte sich über grobes Fehlverhalten, das durch eine Kollusion zwischen Angestellten und Partnern möglich wurde. Eine der Maßnahmen zur Schadensbegrenzung ist die Verstärkung des Risikoteams unter der Leitung von Ignacio Moyano, dem neuen Chief Risk Officer.
Trotz dieser Unsicherheiten bleibt Trafigura zuversichtlich, dass die identifizierten Probleme auf die mongolischen Operationen beschränkt bleiben. Der scheidende CEO Jeremy Weir äußerte im Jahresbericht Vertrauen in die getroffenen Korrekturmaßnahmen und die laufende externe Prüfung.

