TKMS: Solider Start ins Jahr, Aktie zeigt dennoch Schwäche
Der Börsenneuling TKMS blickt auf ein Jahr mit Wachstumsaussichten, die über den bisherigen Erwartungen liegen. Für das Geschäftsjahr 2025/26 plant der im MDax notierte Marineschiffbauer eine Umsatzsteigerung von 2 bis 5 Prozent. Zuvor wurde ein Zuwachs zwischen minus 1 bis plus 2 Prozent prognostiziert. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) bleibt mit 100 bis 150 Millionen Euro unverändert, ebenso die Margenerwartungen, die weiterhin über 6 Prozent liegen.
Nichtsdestotrotz sorgte die positive Prognose nicht für einen Kursgewinn der Aktie, die am Vormittag um 1,4 Prozent auf 93,45 Euro fiel. Obgleich unter dem Rekordhoch von 107 Euro, das direkt nach dem Börsengang im Oktober erreicht wurde, liegt der Kurs weiterhin deutlich über dem Ausgabepreis von 60 Euro. Zwischenzeitlich übertraf die Marktkapitalisierung von TKMS sogar den Wert des Mutterkonzerns Thyssenkrupp. Analysten bewerten die Situation unterschiedlich.
Jens-Peter Rieck von MWB Research hält die Kursreaktion für unerwartet, da der Quartalsbericht von TKMS solide ist und als attraktiver Einstiegszeitpunkt gesehen werden kann. Im Gegensatz dazu sieht Bernstein-Analyst Adrien Rabier die Aktie als hoch bewertet und ist besonders wegen der Margen in der U-Boot-Sparte alarmiert. Rabier bleibt dennoch zuversichtlich, dass TKMS im zweiten Quartal Verbesserungen erzielen wird.
Im ersten Geschäftsquartal bis Dezember fiel der Umsatz von TKMS im Jahresvergleich um ein Prozent auf 545 Millionen Euro, während das Ebit unverändert bei 26 Millionen Euro blieb und die entsprechende Marge minimal von 4,7 auf 4,8 Prozent stieg. Der Nettogewinn brach jedoch um 85 Prozent auf 4 Millionen Euro ein, bedingt durch höhere Steueraufwendungen und ein schwächeres Finanzergebnis. Ein drastischer Rückgang ist auch beim Auftragseingang zu verzeichnen, der um 83 Prozent auf 904 Millionen Euro fiel, da das Vorjahresquartal von außergewöhnlich hohen Buchungen in der Rüstungsbranche geprägt war.
Dennoch zählt ein bedeutender Torpedo-Auftrag für die Deutsche Marine zu den gegenwärtig wichtigsten Neuabschlüssen. Der Auftragseingang umfasst allerdings noch nicht den jüngsten Vertrag mit Norwegen über zwei zusätzliche U-Boote, der nach dem Berichtszeitraum abgeschlossen wurde. Unternehmenschef Oliver Burkhard sieht angesichts der geopolitischen Lage weiterhin hohen Bedarf an maritimen Fähigkeiten. Der Auftragsbestand von TKMS erreicht mit 18,7 Milliarden Euro ein Rekordhoch.
Die langfristigen Wachstumsziele des Unternehmens bleiben unverändert ambitioniert, mit einem prognostizierten jährlichen Umsatzplus von durchschnittlich 10 Prozent und einer anvisierten Ebit-Marge von über 7 Prozent. TKMS, Spezialist für U-Boote, Marineschiffe und maritime Sicherheitstechnik, beschäftigt mehr als 9.100 Mitarbeitende an diversen Standorten, darunter Kiel, Wismar und Brasilien. Seit der Abspaltung durch Thyssenkrupp und dem Börsengang im Oktober hält der frühere Mutterkonzern weiterhin die Mehrheit der Aktien.

