Tipps für Kontaktlinsenträger: Lieber weich oder hart?

Obwohl Brillen mittlerweile ein echtes Fashionstatement sind, legen viele Situationen den Einsatz von Kontaktlinsen nahe. Das ist zum Beispiel der Fall, wen man bei sportlichen Aktivitäten Beschädigungen der Sehhilfe vermeiden oder im Winter eine eingeschränkte Sicht wegen beschlagener Gläser umgehen will.
Eine harte Entscheidung
Neben der Entscheidung zwischen Tages-, Wochen- und Monatslinsen fällt vor dem Einsatz von Kontaktlinsen die für eine bestimmte Linsenhärte. Während Menschen mit Hornhautastigmatismus wegen ihrer Hornhautwölbung in den meisten Fällen harte Linsen brauchen, greifen alle anderen situationsabhängig auf eine der beiden Varianten zurück.
Obwohl weiche Linsen weniger Fremdkörpergefühle hervorrufen, ist der Pflegeaufwand, der hier anfällt, nicht zu unterschätzen. Wann welche Kontaktlinsen angemessener sind, entscheidet sich nicht nur nach der Situation. Auch die persönliche Augenbeschaffenheit und die Jahreszeit spielen eine Rolle.
Harte Linsen überzeugen mit zahlreichen Vorteilen
Weiche Kontaktlinsen bergen höhere Infektionsgefahr und eignen sich daher beispielsweise nur bedingt für Badeausflüge. Das betrifft speziell den Urlaub in exotischen Ländern, wo die Bakterienbelastung oft deutlich höher ist als hierzulande. Wer auf Urlaubsreisen dieser Art trotzdem keine harten Kontaktlinsen verwenden möchte, greift am besten auf Tageslinsen zurück. Das erspart den hohen Reinigungsaufwand, der bei wiederverwendbaren Monats- oder Wochenlinsen anfallen würde.
Wer kaum Tränenflüssigkeit hat, empfindet harte Kontaktlinsen in der Regel als unangenehm. Sollten diese Varianten trotzdem zum Einsatz kommen, so kann Nachbenetzungsflüssigkeit in diesem Fall stärkere Reizungen der ohnehin schon trockenen Augen verhindern. Wichtig ist bei der Entscheidung für harte Kontaktlinsen die Sauerstoffdurchlässigkeit. Je länger Linsen über den Tag getragen werden, desto sauerstoffdurchlässiger sollten sie im Idealfall ausfallen. Sauerstoffundurchlässige Linsen beeinträchtigen den Hornhautstoffwechsel, falls sie längerfristig zum Einsatz kommen.
Grundsätzlich lassen sich harte Linsen mit guter Sauerstoffdurchlässigkeit für bis zu 18 Stunden im Auge tragen, bevor sie zur Reinigung zu entnehmen sind. Wegen Proteinablagerungen müssen weiche Linsen spätestens nach zwölf Stunden ein reinigendes Enzymbad nehmen. Stärkere Bakterienbelastungen erfordern dagegen Reiniger auf Peroxid-Basis, wobei die Linsen vor dem Wiedereinsatz gut von Reiniger-Resten befreit werden müssen.
Kontaktlinsenwahl ist saisonal
Im Sommer ist der Feuchtigkeitsgehalt der Luft meist höher als in den kalten Monaten. Deshalb trocknen Kontaktlinsen während der warmen Jahreszeit in der Regel nicht so leicht aus wie im Winter. Gute Linsen zeichnen sich zwar durch Flüssigkeitsbindungsvermögen aus, aber ein hoher Wassergehalt der kleinen Sehhilfen kann für die Augen im Winter problematisch werden. Je höher der Anteil, desto spürbarer greifen die Kontaktlinsen im Falle drohender Trockenheit auf die Tränenflüssigkeit zurück.
Während der kalten Jahreszeit ist der Flüssigkeitshaushalt der Augen wegen trockener Heizungsluft oft ohnehin gestört. Zusätzliche Flüssigkeitsverluste in Folge des Linseneinsatzes sind deshalb umso dringender zu vermeiden. Weil harte Kontaktlinsen keinerlei Wasser enthalten, können sie nicht austrocknen und ziehen daher auch im Winter keine Augenflüssigkeit. Weil sich harte Varianten nicht gerade durch Sofortkomfort auszeichnen, greifen viele Trägerinnen und Träger in der kalten Jahreszeit auf Silikon-Hydrogel-Linsen zurück, die mit vergleichsweise wenig Flüssigkeit auskommen und dank Silikon trotzdem für angenehmen Tragekomfort sorgen.

