Thyssenkrupp Marine Systems feiert Börsendebüt: Ein neues Kapitel für Deutschlands Schiffbau
Deutschlands größter Marineschiffbauer, Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS), betritt heute erstmals die Parketts der Frankfurter Wertpapierbörse. Dieser Schritt erfolgt im Rahmen der von den Aktionären der Muttergesellschaft Thyssenkrupp beschlossenen Verselbstständigung nach einer außerordentlichen Hauptversammlung im August. Im Zuge der Abspaltung werden Thyssenkrupp-Aktionäre für je 20 gehaltene Aktien automatisch neue Anteilsscheine von TKMS in ihre Depots eingebucht bekommen, was am 17. Oktober begonnen hat.
TKMS kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die mit seiner Herkunft aus der 1838 gegründeten Kieler Howaldtswerke-Deutsche Werft AG begann. Bekannt als Weltmarktführer für nicht-nukleare U-Boote, produziert das Unternehmen auch Fregatten und Korvetten und beschäftigt etwa 8.300 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten, unter anderem in Kiel, Wismar und im brasilianischen Itajaí. Unter der Leitung von Vorstandschef Oliver Burkhard steuert TKMS weiterhin seine strategische Ausrichtung, während die Thyssenkrupp AG 51 Prozent der Anteile hält und so die Mehrheit sichert.
Für die Zukunft ambitioniert aufgestellt, konnte TKMS kürzlich Aufträge zum Bau von vier weiteren U-Booten der Klasse 212CD für die deutsche Marine sichern. Mit insgesamt zehn Booten – sechs für Deutschland, vier für Norwegen – ist die Werft gut bis in die 2040er Jahre ausgelastet, bei einem aktuellen Auftragsvolumen von 18,5 Milliarden Euro. Daneben hat TKMS auch den Blick in die Ferne gerichtet: Ein potenzieller Großauftrag zum Bau von bis zu zwölf U-Booten für Kanada steht im Raum. Der kanadische Premierminister Mark Carney besuchte im August die Kieler Werft, die auf den Auftrag hofft, obwohl sie sich gegen starke internationale Konkurrenz aus Südkorea behaupten muss.

