Tether friert $344 Millionen in Kryptowährungen auf Anordnung der US-Behörden ein

Eine Serie von Krypto-Hacks auf dezentralen Finanzplattformen im April hat eine alte Debatte neu entfacht: Sollten Stablecoin-Unternehmen eingreifen, wenn gestohlene Gelder durch ihre Systeme fließen? Diese Frage steht nun wieder im Mittelpunkt, nachdem Tether, der weltweit größte Stablecoin-Emittent, bekannt gab, dass es auf direkte Anordnung von US-Strafverfolgungsbehörden über $340 Millionen in Dollar-gebundenen Token eingefroren hat.
Kontroverse um Kontrolle von Stablecoins
Das Einfrieren betraf zwei separate Wallet-Adressen. Tether erklärte, die Gelder seien mit illegalen Aktivitäten verbunden, nannte jedoch keine weiteren Details zu den Vorwürfen oder den Inhabern der Konten.
Das Unternehmen koordiniert solche Maßnahmen, wenn glaubwürdige Verbindungen zu sanktionierten Entitäten, kriminellen Netzwerken oder anderen illegalen Aktivitäten festgestellt werden, gemäß seiner veröffentlichten Richtlinien.
Tether-CEO Paolo Ardoino verteidigte die Maßnahme in einer Erklärung: „When credible links to sanctioned entities or criminal networks are identified, we act immediately and decisively.“ Das Unternehmen lehnte weitere Kommentare ab.
Die Maßnahme wurde in Zusammenarbeit mit dem Office of Foreign Assets Control (OFAC), einer US-Behörde zur Durchsetzung von Wirtschaftssanktionen, durchgeführt. Dies signalisiert eine aktive Kooperation zwischen einem großen Krypto-Unternehmen und den Bundesbehörden zu einem Zeitpunkt, an dem der regulatorische Druck auf die Branche weiter zunimmt.
Die Reaktionen waren gemischt. Das Krypto-Medienportal Truth for The Commoner äußerte scharfe Kritik: „Your stablecoins are not your stablecoins. They never were.“ Diese Reaktion spiegelt die Spannungen wider, die seit der weiten Verbreitung zentralisierter Stablecoins bestehen – die Token mögen auf einer Blockchain liegen, aber das Unternehmen dahinter hat die Kontrolle.
Eine Debatte durch einen $280 Millionen Hack neu entfacht
Die Ankündigung erfolgt wenige Wochen nach einem der schwerwiegendsten Vorfälle des Monats – dem Drift Protocol Exploit, der $280 Millionen von der Plattform abzog. Dieser Angriff setzte Circle, den Emittenten des USDC-Stablecoins, einer anderen Art von Prüfung aus.
Der Onchain-Analyst ZachXBT kritisierte öffentlich Circle dafür, dass es versäumt habe, USDC-Gelder einzufrieren, nachdem der Angreifer gestohlene Gelder über Circles eigene native Brücke über sechs aufeinanderfolgende Stunden geleitet hatte.
„No USDC was frozen,“ bemerkte ZachXBT und argumentierte, dass zentrale Emittenten die Verantwortung haben, schnell zu handeln, wenn Hacks im Gange sind.
Die Kritik erregte breite Aufmerksamkeit in der Krypto-Community und verstärkte die Forderungen nach klareren Standards, wann und wie Stablecoin-Emittenten eingreifen sollten.

