Tesla: Musk warnt vor langsamem Hochlauf bei Cybercab und Optimus
„Quälend langsam“ zum Start
In einem Beitrag auf X erklärte Musk, dass die Produktionsgeschwindigkeit umgekehrt proportional zur Anzahl neuer Bauteile und Fertigungsschritte sei. Bei Cybercab und Optimus sei „fast alles neu“. Entsprechend werde die frühe Produktionsrate „quälend langsam“ sein – bevor sie später entlang einer typischen S-Kurve stark anziehe.
Der Produktionsstart für das Cybercab ist für April 2026 in der Gigafactory Texas geplant.
Cybercab: Radikales Konzept, hohe Komplexität
Das Cybercab ist als vollelektrisches Robotaxi konzipiert:
- Zweisitzer
- kein Lenkrad
- keine Pedale
- vollständig autonomer Betrieb
Langfristig sollen laut Musk Produktionslinien entstehen, die ein Fahrzeug alle zehn Sekunden fertigen. Das entspräche einer Zielkapazität von bis zu zwei Millionen Einheiten pro Jahr – ein äußerst ambitioniertes Szenario.
Doch Teslas Historie zeigt: Der Weg zur Massenproduktion ist selten reibungslos.
Lehren aus „Production Hell“
Beim Hochlauf des Model 3 im Jahr 2017 sprach Musk selbst von „Production Hell“. Auch der Cybertruck entwickelte sich zum Warnsignal für zu optimistische Zeitpläne. Statt der ursprünglich anvisierten 250.000 Einheiten jährlich wurden 2025 laut Marktdaten nur rund 20.000 Fahrzeuge in den USA verkauft.
Die Kernherausforderung bleibt identisch: radikale Produktinnovation trifft auf industrielle Skalierung.
Optimus: Robotik als strategische Wette
Parallel treibt Tesla die Entwicklung des humanoiden Roboters Optimus voran. Produktionsbeginn soll Ende 2026 sein. Musk nennt ein langfristiges Ziel von einer Million Einheiten pro Jahr.
Strategisch ist das Projekt hochrelevant: Tesla positioniert sich nicht mehr ausschließlich als Automobilhersteller, sondern als KI- und Robotikunternehmen. Musk deutete mehrfach an, dass Robotik langfristig bedeutender werden könnte als das Fahrzeuggeschäft.
Druck im Kerngeschäft
Der Innovationsschub kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt. Teslas Fahrzeugauslieferungen gingen 2025 das zweite Jahr in Folge zurück. Im vierten Quartal wurden rund 418.000 Fahrzeuge ausgeliefert – etwa 16 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Insgesamt lag der Jahresabsatz bei rund 1,64 Millionen Einheiten.
BYD überholte Tesla mit 2,3 Millionen verkauften Elektroautos als weltweit größten Hersteller reiner Batterie-Fahrzeuge.
Fazit
Musk sendet ein klares Signal: Die Vision bleibt intakt, doch der operative Hochlauf wird anspruchsvoll. Für Investoren bedeutet das:
- kurzfristig erhöhte Unsicherheit
- hohe Volatilität
- starke Abhängigkeit vom Marktsentiment
Cybercab und Optimus sind potenzielle Gamechanger. Doch bis aus technologischer Ambition industrielle Realität wird, dürfte Geduld gefragt sein.


