Technologieaktien im Rückwärtsgang – Investoren erwarten Notenbankrede in Jackson Hole
An den US-Börsen zeigte sich am Dienstag ein gemischtes Bild: Während Standardwerte leicht anzogen, fanden sich Technologiewerte im Rückwärtsgang wieder. Die Märkte verharren insgesamt in einer Art Wartestellung, da Investoren gespannt auf das bevorstehende Notenbanker-Treffen in Jackson Hole blicken. Vor allem die am Freitag erwartete Rede von Fed-Präsident Jerome Powell wird mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Gemischte Signale aus dem US-Immobiliensektor sorgten dabei für keine eindeutigen Marktrichtungen.
Der Dow Jones Industrial stieg um 0,5 Prozent und erreichte 45.132 Punkte, während der marktbreite S&P 500 leicht um 0,1 Prozent zulegte und 6453 Punkte markierte. Der technologiegetriebene Nasdaq 100 hingegen rutschte um 0,5 Prozent auf 23.606 Zähler ab. Sämtliche Indizes verharren damit knapp unter ihren jüngsten Höchstständen. Marktbeobachter schätzen, dass die US-Notenbank im September eine erste Zinssenkung für das Jahr 2025 anstreben könnte, gefolgt von einer weiteren vor Jahresende. Ein Zinsschritt von 0,25 Prozentpunkten erscheint realistisch, da der schwache Arbeitsmarkt die Inflationssorgen gedämpft hat. Diese mögliche Zinspolitikänderung ist jedoch bereits größtenteils in die Kurse eingerechnet.
Analystin Ipek Ozkardeskaya von der Swissquote Bank sieht derzeit keine zusätzlichen Impulse für den Aktienmarkt. Angesichts saisonal schwacher Monate und steigender Anleiherenditen könnten Anleger zudem versucht sein, ihre jüngsten Gewinne zu realisieren. Erwartungen über Fortschritte in den Verhandlungen für ein Ende des Krieges in der Ukraine bleiben bestehen. Die jüngsten Gespräche von US-Präsident Donald Trump mit Kremlchef Wladimir Putin sowie dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, unterstützt von europäischen Verbündeten, haben allerdings wenig verändert. Russlands Außenminister Sergej Lawrow zeigte sich zuletzt zurückhaltend bezüglich eines schnellen Treffens zwischen Putin und Selenskyj.
An der Aktienfront standen die Papiere von Intel im Mittelpunkt, nachdem der japanische Technologiekonzern Softbank mit einem Zukauf von Anteilen den Kurs um 11 Prozent nach oben trieb. Softbank plant, das Geschäft in den USA zu erweitern und die eigenen Ambitionen im Chipsektor zu fördern, was Börsianer überraschte. Die Tage zuvor waren von Spekulationen um mögliche staatliche Beteiligungen an Intel geprägt, was Gewinnmitnahmen auslöste. Auch die Aktien von Palo Alto Networks zeigten Stärke, mit einem Anstieg von 4,6 Prozent, begünstigt durch ein besseres als erwartetes Quartalsergebnis.
Bei den Standardwerten im Dow Jones erzielte Home Depot mit 4,0 Prozent Zuwachs die besten Ergebnisse, dank optimistischer Einschätzungen der UBS zur Geschäftförderung im zweiten Quartal. Anstehende Berichte von Target und Walmart werden in dieser Woche weitere Einblicke in die Einzelhandelsentwicklung geben. Im medialen Rampenlicht befand sich auch der Medizintechnikkonzern Medtronic, dessen Kurse um 4,2 Prozent fielen. Weder der Zwischenbericht noch die angehobene Gewinnprognose konnten überzeugen. Nach der jüngsten Beteiligung des Vermögensverwalters Elliott Investment Management plant das Unternehmen zwei neue unabhängige Direktoren in den Vorstand zu berufen.

