Tarifkonflikt bei textilen Dienstleistungen: Warnstreiks eskalieren Auseinandersetzung
Der Tarifkonflikt in der Branche der textilen Dienstleistungen spitzt sich nach lediglich zwei Verhandlungsrunden dramatisch zu. Die Gewerkschaft IG Metall ruft die rund 23.000 Beschäftigten nun zu Warnstreiks auf, beginnend mit Großwäschereien in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Weitere Betriebe sollen bereits am kommenden Mittwoch folgen.
Die Unternehmen der Branche sind verantwortlich für die Reinigung von Berufskleidung sowie von Textilien aus Hotels, Restaurants und Krankenhäusern. Im Zentrum des Konflikts steht die große Kluft zwischen den Forderungen der Gewerkschaft und den Angeboten der Arbeitgeber.
Die IG Metall fordert Lohnerhöhungen von 6 Prozent innerhalb eines Jahres, mindestens jedoch 180 Euro mehr im Monat. Zudem soll es eine verbesserte Altersteilzeit für stark belastete Mitarbeiter geben. Im Gegensatz dazu bieten die Arbeitgeber lediglich zwei Lohnerhöhungen von jeweils 1,5 Prozent über einen Zeitraum von 28 Monaten an und möchten die Altersteilzeitregelung abschaffen.
Die Verhandlungsführerin der IG Metall, Miriam Bürger, kritisiert das Angebot der Arbeitgeber scharf und bezeichnet es als respektlos. Trotz gut gefüllter Auftragsbücher und einem akuten Mangel an Arbeits- sowie Fachkräften, würden die Unternehmen durch ihren Vorschlag lediglich die Flucht der Beschäftigten beschleunigen, indem sie Reallohnverluste und eine erhöhte Arbeitsbelastung verursachen.
Die nächste Verhandlungsrunde wird am 16. Juni im hessischen Dietzenbach abgehalten, wo mit Spannung erwartet wird, ob eine Annäherung zwischen den beiden Parteien erreicht werden kann.

