Tariffflut im Welthandel: Unternehmen setzen auf KI zur Kostensenkung
Die zweite Amtszeit von Präsident Donald Trump brachte massive Zölle auf Importe aus über 90 Ländern, was für Verunsicherung in den globalen Lieferketten bis ins Jahr 2025 sorgte. Doch allmählich entspannt sich die Lage, da die USA Handelsabkommen mit bedeutenden Partnern wie der Europäischen Union, Südkorea und Japan erzielen konnten, die sich auf einen Zollsatz von 15% einigten. In Ländern wie Indien und Brasilien sind die Zölle jedoch weiterhin mit 50% bemerkenswert hoch.
Unternehmen sehen sich gezwungen, mit diesen steigenden Tarifkosten umzugehen, und nutzen hierfür verstärkt KI-gestützte Technologien, um ihre Produktions- und Logistikkosten zu senken. So auch Solventum, ein Hersteller für chirurgische und dentale Bedarfsmaterialien, der sich nach der Abspaltung von 3M als eigenständiges Unternehmen etablierte.
Laut Magnus Lundgren, Senior Vice President und Chief Procurement Officer von Solventum, suchte das Unternehmen nach einem digitalen Werkzeug, um den Ausschreibungsprozess zu optimieren und günstige Preise bei seinen Lieferanten langfristig sicherzustellen. Solventum arbeitete mit Arkestro zusammen, einem Unternehmen, das KI einsetzt, um günstigere Konditionen bei Lieferanten zu ermöglichen. Die Beschaffungsplattform von Arkestro integriert dabei KI, maschinelles Lernen, Spieltheorie und menschliches Verhalten, um Lieferanten zu bewerten und ideale Vertragskandidaten zu empfehlen. Dies führte bei Solventum zu spürbaren Einsparungen.
Ebenfalls innovativ agiert JR Metal Works, ein kleiner Hersteller aus Wisconsin, der auf Xometry vertraut. Diese KI-basierte Plattform analysiert Materialien und Produktionsanforderungen, um Preisangebote zu generieren. Xometrys Modell passt sich automatisch an Änderung von Zolltarifen und Materialkosten an.
Die Firma The Light Phone steht ebenfalls vor tarifbedingten Herausforderungen und hat ihre internationale Logistikstrategie angepasst. Mit Mayple Global, einer KI-gestützten E-Commerce-Plattform, automatisiert das Unternehmen die Erzeugung von Produktklassifikationen und Dokumenten für internationale Lieferungen. So konnte die Firma Einsparungen von mindestens 20% realisieren und hofft, diese Vorteile an die Kunden weiterzugeben.

