Tafeln in Deutschland: Sorge um steigende Kinderzahl und Engagement im Fokus
Die Tafeln in Deutschland stehen vor großen Herausforderungen, da sich die Anzahl der Kinder, die auf die Hilfe angewiesen sind, im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht hat. Im Jahr 2025 nutzten insgesamt 1,5 Millionen Menschen die Angebote der mehr als 970 Lebensmittel-Ausgaben des Landes, wobei ungefähr 30 Prozent der Kunden Kinder und etwa 20 Prozent über 63 Jahre alt sind. Diese Zahlen bereiten Andreas Steppuhn, dem Vorsitzenden von Tafel Deutschland, Sorgen. Die Abgabe von Lebensmitteln erfolgt entweder kostenlos oder gegen einen geringen Beitrag, dennoch bleibt die Lage angespannt, da steigende Lebenshaltungskosten viele Haushalte finanziell belasten.
Ein Drittel der Tafeln arbeitet weiterhin mit Wartelisten oder hat Aufnahmestopps verhängt. Im Jahr 2025 gelang es den Tafeln, etwa 265.000 Tonnen Lebensmittel, was umgerechnet 500 Kilogramm pro Minute entspricht, vor der Mülltonne zu retten. Diese geretteten Lebensmittel, beispielsweise 500 Kartons Milch pro Minute, verkörpern den beträchtlichen Aufwand der Organisation.
Trotz dieser Erfolge berichten Landesverbände, dass der Einzelhandel mithilfe von Künstlicher Intelligenz präziser plant, was die Möglichkeiten der Tafeln erschwert, überschüssige Waren zu erhalten. Mit einem Anstieg der engagierten Helferinnen und Helfer auf insgesamt 77.000 Personen in diesem Jahr, von denen 72.000 ehrenamtlich tätig sind, sieht Steppuhn Anzeichen für eine positive Entwicklung. Doch trotz dieser Zunahme an Unterstützung fehlen den Tafeln weiterhin ausreichend Mitarbeitende. Die Forderungen der Hilfsorganisation an die Politik sind klar: Es bedarf sozialpolitischer Maßnahmen, die Gerechtigkeit vorantreiben, indem armutsfeste Löhne und Renten, bezahlbare Mieten und ein Gesetz zur Förderung der Lebensmittelspenden anstelle der Verschwendung eingeführt werden.

