Investmentweek

Süß, aber teuer: Warum Importe plötzlich zum Luxusgut werden

31. März 2025, 21:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Preisschock bei Kakao, Strom und Fleisch: Die Einfuhrpreise steigen rasant – und mit ihnen der Alltag. Besonders Süßwaren sind betroffen. Die Inflation kehrt heimlich zurück.

Importschock statt Inflationspause

Die Hoffnung auf eine anhaltende Inflationsberuhigung hat einen Dämpfer bekommen – und zwar einen spürbaren. Im Februar stiegen die Importpreise um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist der stärkste Anstieg seit Januar 2023. Ökonomen hatten mit Stagnation gerechnet. Die Realität ist eine andere.

Besonders deutlich spürbar ist der Anstieg im Alltag. Wer einkaufen geht, merkt: Die Preise für bestimmte Lebensmittel machen gerade Sprünge, wie man sie sonst eher aus Krisenzeiten kennt.

Kakao wird zum Luxusrohstoff

Ausgerechnet bei Süßigkeiten zeigt sich die Dynamik am brutalsten. 61,7 Prozent mehr kosten importierte Süßwaren gegenüber dem Vorjahr – ein Preissprung, der selbst erfahrene Marktbeobachter überrascht.

Die Ursache liegt in den Rohstoffen: Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl haben sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt – ein Plus von 119,4 Prozent. Rohkakao selbst wurde um 76,4 Prozent teurer. Die globalen Lieferketten, schlechte Ernten in Westafrika und Spekulationen an den Rohstoffbörsen treiben die Preise in die Höhe. Und das mit voller Wucht.

Frühstück wird teurer – besonders der Saft

Auch beim Saft fällt der Preisanstieg auf. Orangensaft: +40,1 Prozent. Apfelsaft: +33,6 Prozent. Und wer auf Milchprodukte ausweichen will, zahlt ebenfalls drauf: +13,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Fleisch ist ebenfalls betroffen. Besonders Geflügel (+27,2 %) und Rind (+20,7 %) wurden deutlich teurer eingeführt. Und das sind nur Durchschnittswerte. Je nach Produktkategorie kann der Preisanstieg in Supermärkten sogar noch stärker ausfallen.

Stromimporte verdoppelt – neue Risiken aus dem Ausland

Ein besonders brisanter Punkt: Der Preis für importierten Strom ist um 111,7 Prozent gestiegen – also mehr als doppelt so teuer wie im Vorjahresmonat. Auch Erdgas wurde um 40,5 Prozent teurer. Zwar sind die Preise für Benzin und andere Mineralölerzeugnisse gefallen, doch der Trend zeigt klar: Energie bleibt ein massiver Kostentreiber.

Importpreise im Februar 2025: +3,6 % gegenüber Februar 2024
Die Importpreise waren im Februar 2025 um 3,6 % höher als im Februar 2024. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahr seit Januar 2023 (+5,3 % gegenüber Januar 2022). Im Januar 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +3,1 % gelegen, im Dezember 2024 bei +2,0 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Einfuhrpreise im Februar 2025 gegenüber dem Vormonat Januar 2025 um 0,3 %.

Für energieintensive Unternehmen bedeutet das: steigender Margendruck. Für Verbraucher: Stromtarife, die auf Sicht kaum günstiger werden dürften.

Verzögerte Wirkung – aber langfristig spürbar

Importpreise schlagen sich nicht sofort in der Inflationsstatistik nieder. Sie wirken zeitversetzt – aber flächendeckend. Rohstoffe, Zutaten, Energie: Viele Produkte durchlaufen mehrere Stufen, bevor sie im Regal landen. Die Preissteigerung kommt, aber sie kommt mit Verzögerung.

Die offiziellen Verbraucherpreise lagen zuletzt bei 2,3 Prozent. Für März erwarten Ökonomen einen leichten Rückgang auf 2,2 Prozent – doch das dürfte eine trügerische Momentaufnahme sein.

Trumps Zollpläne als weitere Belastung

Zu den ohnehin steigenden Kosten kommt geopolitischer Gegenwind: US-Präsident Donald Trump plant neue Zölle auf deutsche Autos – ein mögliches Fanal für eine neue Eskalation im transatlantischen Handel. Sollte es dazu kommen, dürfte das auch auf andere Branchen durchschlagen.

Zölle verteuern den Austausch, hemmen den Handel – und treiben am Ende auch die Preise. Ein zusätzlicher Risikofaktor, den Unternehmen kaum kalkulieren können.

Was jetzt auf Verbraucher zukommt

Die Importinflation wird nach und nach bei den Konsumenten ankommen. Supermärkte, Hersteller, Gastronomiebetriebe – sie alle müssen entscheiden, wie viel sie von den Kosten weitergeben. Viel Spielraum gibt es nicht mehr.

Für viele Haushalte, die bereits unter gestiegenen Lebenshaltungskosten leiden, ist das eine weitere Belastung. Und auch die Politik dürfte unter Druck geraten, Maßnahmen gegen eine neue Teuerungswelle zu ergreifen.

Finanzen / Märkte
[InvestmentWeek] · 31.03.2025 · 21:00 Uhr
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