"Sturmtief Marta" sorgt für Alarmstimmung auf der Iberischen Halbinsel
Die jüngsten Wetterentwicklungen auf der Iberischen Halbinsel erfordern erhöhte Wachsamkeit: In mehreren Regionen Portugals und Südspaniens wurde die zweithöchste Unwetterwarnstufe Orange aktiviert. Verantwortlich für die Maßnahmen ist das Sturmtief "Marta", das mächtige Regenfälle, Orkanböen und bedrohlich hohe Wellen mit sich bringt. Das Tiefdruckgebiet ereilte Portugal am Morgen und setzte seine Reise weiter nach Spanien fort, wo es besonders in den Gebieten Andalusien und Extremadura Spuren hinterließ.
Erst kürzlich hatte das vorherige Sturmtief "Leonardo" die Region heimgesucht und dabei auch Opfer gefordert: In der spanischen Region Málaga verunglückte eine Frau tragisch in einem Fluss, wie der Fernsehsender RTVE informierte. In Portugal erhöhten sich die Opferzahlen aufgrund einer Serie von Stürmen in der vergangenen Woche auf 13. Zur Unterstützung der zivilen Katastrophenhelfer wurden in beiden Ländern Militäreinheiten mobilisiert.
Die fortwährenden Niederschläge verschärfen die ohnehin schon angespannte Lage; große Teile des Landes sind überflutet, Stauseen und Flüsse haben ihre Kapazitäten längst überschritten, und eine weitere Wassersättigung der Böden scheint schier unmöglich. Während in Spanien etwa 11.000 Menschen evakuiert werden mussten, fanden in Portugal rund 1.000 Bewohner niedrig gelegener Gebiete ein neues, temporäres Zuhause.
Der Ort Grazalema in Andalusien sah sich mit einem außergewöhnlichen Phänomen konfrontiert: Erschütterungen, die einem Erdbeben ähneln, wurden wahrgenommen, ausgelöst durch unterirdische Wasserströme. Diese führten zur vollständigen Evakuierung der Stadt aus Angst vor Gebäudeeinstürzen. In den Medien war von einem sogenannten "Hidroseísmo" die Rede – einem Wasserbeben.
Noch immer sind die Schäden, die der Extremsturm "Kristin" in Portugal angerichtet hat, deutlich spürbar. Bereits staatlich bezifferte Milliardenschäden durch zerstörte Häuser, unpassierbare Straßen und Schienen aufgrund von Erdrutschen und enorme landwirtschaftliche Verluste sind zu beklagen. Meteorologen verweisen die ungewöhnliche Abfolge starker Winterstürme auf eine seltene atmosphärische Konstellation: Ein Hochdruckgebiet über Grönland und Island verlagert sich südlicher als gewohnt, was die Atlantiktiefs auf eine ungewohnte Route Richtung Süden zwingt, anstelle ihrer typischen Laufbahn über Großbritannien und Deutschland.

