Sturmtief 'Elli' legt Norddeutschlands Bahnnetz lahm
Das Sturmtief 'Elli' hat am letzten Wochenende den Schienenverkehr im Norden Deutschlands massiv beeinträchtigt und zeitweise vollständig zum Erliegen gebracht. Insbesondere am Hamburger Hauptbahnhof strandeten viele Reisende aufgrund von Zugausfällen und Verspätungen. Die Deutsche Bahn sieht sich zwar grundsätzlich technisch gut aufgestellt, letzten Endes sorgten jedoch Blockaden durch Schnee und Eisbröcken von den Zügen für manuelle Räumarbeiten. Trotz der 7.800 beheizten Weichen in der Region und der bundesweiten Einsätze von Spurloks, konnte der Fernverkehr nicht dauerhaft aufrechterhalten werden.
Fachleute zweifeln an der Winterfestigkeit der Bahn. Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert den Mangel an Räumfahrzeugen und Personal im Vergleich zu früheren Jahren. Diese Einschätzung teilt auch Dirk Flege von der Allianz pro Schiene, der die fehlende Berücksichtigung von Unwetterlagen in der aktuellen Bahnstrategie des Verkehrsministers Patrick Schnieder (CDU) bemängelt. Trotz der Versprechen eines ersten positiven Betriebsergebnisses seit der Bahnreform 1994, sieht Flege hier die falschen Anreize gesetzt.
Minister Schnieder selbst mahnt zur Nachbesserung und fordert eine eingehende Analyse der Vorkommnisse während 'Elli'. International zeigt sich unterdessen, dass Länder wie Österreich und die Schweiz besser mit widrigen Wetterbedingungen zurechtkommen. Flege hebt deren gut ausgestatteten Fuhrpark und Reservezüge hervor, während die Bahn argumentiert, dass die geografischen Verhältnisse nicht vergleichbar seien.

