Sturm im Spielzeugland: Woldenberg kämpft gegen Zölle für Lernmaterialien
In einem modern gestalteten Lagerhaus im beschaulichen Vernon Hills, Illinois, werden pädagogisch wertvolle Spielzeuge verpackt, die Kinder auf spielerische Weise bilden sollen. Von auseinanderschraubbaren Plastikäpfeln zur Bruchrechnung über eine Spielzeugkasse bis hin zu einem Arztset mit lila Stethoskop – die Produkte des Unternehmens Learning Resources stehen bereit, um in die Welt hinaus versandt zu werden.
Doch hinter der idyllischen Kulisse verbirgt sich ein erbitterter Kampf gegen die amerikanischen Zollpolitiken. Rick Woldenberg, der CEO von Learning Resources und hand2mind, setzte alles auf eine Karte, als im April die Zölle auf Waren aus China von rund 20% auf etwa 104% anstiegen. Beinahe die Hälfte der Produkte stammt aus Fernost, was Woldenberg nicht länger tatenlos hinnehmen wollte.
Er klagte die Regierung von Präsident Donald Trump an, weil diese behauptete, die Zölle auf Basis des International Economic Emergency Powers Act erlassen zu haben. Im Mai entschied das Gericht zu Woldenbergs Gunsten, doch die Zölle blieben in Kraft, während die Regierung in Berufung ging. Während der Streit vor dem Obersten Gerichtshof der USA entschieden wird, bleibt Woldenberg optimistisch.
"Anstatt uns den politischen Gegebenheiten anzupassen, setzen wir auf unsere Bürgerrechte, um unser Geschäft nach unseren Maßstäben zu führen", betont er selbstbewusst. Unterstützt wird Woldenbergs Einschätzung von aktuellen Erhebungen, die zeigen, dass ein Drittel der amerikanischen Unternehmen durch Zölle immense Kosten von 82,3 Milliarden Dollar schultern müssen, was Preissteigerungen und Entlassungen nach sich zieht.
Ein Universitätsexperte warnt, dass die Kosten solcher Zölle zu rund 80% auf die Verbraucher umgelegt werden, was letztlich die Wirtschaft bremst. Die Meinungen über die Wirkung der Zölle im Illinois Manufacturers' Association sind geteilt. Einige Unternehmen erleben die Zölle als Belastung, während andere das Potenzial solcher Maßnahmen schätzen. Doch unterm Strich leiden alle unter der Unsicherheit der schwankenden Ankündigungen.
Woldenberg gelingt es, trotz der Herausforderungen keinen seiner 500 Angestellten zu entlassen, obwohl offene Stellen nicht besetzt werden. Auch sind Preiserhöhungen und Kostensenkungen unumgänglich. Seit jeher setzt er auf Produktqualität, die sorgsam ausgewählte Produktionsländer wie Vietnam oder Indien garantieren sollen. Dennoch bleibt Woldenberg, der fest entschlossen ist, der langen Familientradition gerecht zu werden, im Kampf gegen die Zölle zuversichtlich. Diesem unerschütterlichen Engagement ist es schließlich zu verdanken, dass Learning Resources kontinuierlich Innovationen vorantreibt und die Bildung von Kindern positiv beeinflusst.

