Stühlerücken an der Spitze der CDC: Neuer Interimsleiter im Amt
Nach einem turbulenten Führungswechsel steht die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC erneut im Rampenlicht. Robert F. Kennedy, US-Gesundheitsminister, hat Berichten zufolge seinen vertrauten Stellvertreter Jim O'Neill zum Interimsdirektor der Behörde ernannt. Diese Entscheidung erfolgte nur wenige Wochen nach der Berufung von Susan Monarez zur Leiterin, die inzwischen nach einem Konflikt mit Kennedy ihren Posten räumen musste. Wie die "Washington Post" berichtete, wurde O'Neill auf Drängen des Weißen Hauses eingesetzt, unter Berufung auf Insiderinformationen.
Monarez hatte ihren Rücktritt vehement abgelehnt und betont, dass nur US-Präsident Donald Trump sie entlassen könne. Dennoch beendete das Weiße Haus ihre Anstellung, nachdem sie sich geweigert hatte, den Forderungen des Gesundheitsministers nachzukommen, Berater zu entlassen. Die CDC ist bekannt für ihre Rolle im Schutz vor Infektionskrankheiten in den USA.
Parallel dazu kündigten drei wesentliche Führungskräfte der CDC ihren Rücktritt an. Unter ihnen die bisherige medizinische Leiterin Debra Houry, sowie die Abteilungsleiter Demetre Daskalakis und Daniel Jernigan. Ihren Aussagen nach habe der Druck der Veränderungen unter Kennedy die Integrität der Behörde ernsthaft bedroht. Ein Wendepunkt sei erreicht, so dass sie entschieden, dass es an der Zeit war zu gehen.
Mit Jim O'Neill, einem Unternehmer ohne medizinischen Hintergrund, könnte sich die Impfpolitik in den USA nun entscheidend verändern. Obwohl O'Neill selbst nicht als Impfgegner bekannt ist, gilt Gesundheitsminister Kennedy als bekennender Skeptiker von Impfungen. Die "Washington Post" hebt jedoch O'Neills kritische Haltung gegenüber der CDC während der Coronapandemie hervor.

