Strukturwandel in der Landwirtschaft: Politik vernachlässigt ökonomische Perspektive der Landwirte
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) ist der Ansicht, dass die Politik die Bedürfnisse der Landwirtschaft im Hinblick auf den Strukturwandel seit Jahrzehnten nicht angemessen berücksichtigt hat. Insbesondere kleinere landwirtschaftliche Unternehmen sind von der rückläufigen Entwicklung betroffen. Wüst beklagt, dass diese kleineren Betriebe leise sterben, ohne dass dies großes Aufsehen erregt.
Im Gegensatz zu großen Industriebetrieben, bei denen Massenentlassungen für Schlagzeilen sorgen würden, geht der langsamen Schließung kleinerer landwirtschaftlicher Betriebe kaum jemand nach. Dabei sei es gerade in diesem Bereich wichtig, den Strukturwandel im Hinblick auf Ökologie und Tierwohl mit den ökonomischen Perspektiven der Landwirte in Einklang zu bringen. Wüst zieht hier den Vergleich zur Kohleindustrie, in der Gelder bereitgestellt und Gesetze geändert wurden, um den Strukturwandel zu unterstützen.
Um diesem Problem entgegenzuwirken, hält Wüst die Schaffung einer Agrar-Allianz für dringend erforderlich. In dieser Allianz sollten langfristige Perspektiven für Landwirte verhandelt werden. Denn genau darum gehe es auch bei den aktuellen Bauernprotesten, für die Wüst Verständnis zeigt. Die Forderungen der Bauern seien Ausdruck des Unmuts über die jahrelange Vernachlässigung ihrer wirtschaftlichen Interessen.
Die Politik solle die Situation der Landwirte als Weckruf verstehen und endlich die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um den Strukturwandel in der Landwirtschaft zu fördern. Nur so könne gewährleistet werden, dass die kleinere landwirtschaftliche Betriebe nicht im Stillen sterben, sondern eine nachhaltige Zukunftsperspektive erhalten. (eulerpool-AFX)

