Strengere Sanktionen gegen Online-Betrüger: USA und Großbritannien schlagen zu
In einer internationalen Repressionskampagne gegen milliardenschweren Betrug im Internet haben die Vereinigten Staaten und Großbritannien einschneidende Maßnahmen gegen kriminelle Netzwerke aus Südostasien ergriffen. Laut Mitteilungen der US-amerikanischen und britischen Behörden wurden im Zuge von Razzien Immobilien der kambodschanischen Prince Group beschlagnahmt.
Die verhängten Sanktionen zielen insbesondere auf diverse Akteure im südostasiatischen Raum ab. Dazu zählen das Unterhaltungsimperium Jin Bei Group, die Golden Fortune Resorts World sowie die Krypto-Plattform Byex Exchange. Ein weiterer bedeutender Akteur, der Finanzdienstleister Huione Group, wird zukünftig von Finanztransaktionen im US-amerikanischen Raum ausgeschlossen. Ihm wird vorgeworfen, erhebliche Geldsummen für Nordkorea und die Prince Group gewaschen zu haben.
Der Kopf der Prince Group, Chen Zhi, steht nun ebenfalls im Fokus der Justiz. Ihm wird Überweisungsbetrug und Geldwäsche zur Last gelegt. Auf einer privaten Krypto-Geldbörse soll sein Vermögen bei umgerechnet rund 15 Milliarden US-Dollar liegen.
Die Verluste durch Online-Investitionsbetrug stiegen in den Vereinigten Staaten jüngst weiter an. Wie das US-Finanzministerium berichtet, summierten sich die Schäden auf 16,6 Milliarden US-Dollar. Allein 2024 sollen Betrüger aus Südostasien mindestens zehn Milliarden Dollar in die Hände bekommen haben.
Das britische Außenministerium weist darauf hin, dass die betrügerischen Netzwerke äußerst raffinierte Methoden anwenden, um ihre Opfer zu täuschen. Dabei werden Menschen in falsche Liebesbeziehungen verwickelt, um sie umfassend auszunehmen. Viele der Menschen, die in den Zentren arbeiten, tun dies unter bedrohlichen Bedingungen, oft unter Einsatz von Gewalt oder Folter.
Zusätzlich nutzen die Betrüger gefälschte Stellenausschreibungen, um Ausländer in stillgelegte Casinos oder andere Einrichtungen zu locken, wo sie gezwungen werden, am Online-Betrug mitzuwirken. Ziel ist es, das Vertrauen der Opfer zu gewinnen und sie zu immer größeren Investitionen in undurchsichtige Krypto-Geschäfte zu verleiten.
Die britische Außenministerin Yvette Cooper betonte, die Betrüger "ruinieren das Leben" ihrer Opfer. In London erfolgte die Beschlagnahmung einer Immobilie im Wert von zwölf Millionen Pfund. Ein Netzwerk hatte massive Summen in dreistelliger Millionenhöhe in Londoner Immobilien investiert.

