Streit um Pakete und Internet: Anstieg bei Schlichtungsanträgen
Immer mehr Bundesbürger suchen Unterstützung bei der Bundesnetzagentur, wenn es um verloren gegangene Pakete oder unzureichenden Internetservice geht. Laut der Behörde wurden im letzten Jahr 4.805 Schlichtungsanträge im Bereich Postdienste verzeichnet, ein Anstieg von etwa 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das 3.821 solcher Anträge zählte. Doch nicht alle Anträge werden bearbeitet, nur ein Teil weist die nötige Zulässigkeit auf. Bereits 2024 hatte diese Tendenz steil nach oben gezeigt. Eine ähnliche Entwicklung beobachtete man bei der Schlichtungsstelle Telekommunikation mit deutlich höheren Antragszahlen im Jahr 2025.
In rund 75 Prozent der Schlichtungsfälle bei der Post geht es um Beschwerden zur Paketzustellung, der Rest verteilt sich auf Päckchen, Einschreiben, Briefe und andere Postdienste. Hauptsächlich drehen sich die Konflikte um verlorene Sendungen, in etwa einem Fünftel der Fälle um beschädigte Ware. Die Bundesnetzagentur fungiert hier lediglich als Schiedsrichterin, ohne durchsetzende Macht. Auch wenn Unternehmen zur Teilnahme an den Verfahren verpflichtet sind, können sie die Schlichtung verwehren. Von den 2.199 bearbeiteten Anträgen wurden im vergangenen Jahr 823 durch eine Einigung abgeschlossen.
Welche Unternehmen konkret involviert sind, bleibt aufgrund gesetzlicher Beschränkungen unter Verschluss. Allerdings verdeutlicht die Beschwerdestatistik, dass DHL/Deutsche Post häufig im Fokus steht — circa 90 Prozent der separaten Beschwerden betreffen diesen Marktführer. Diese Zahl sank seit 2023, als noch 80 Prozent dieser Art von Schlichtungen auf DHL entfielen. Der Marktanteil der DHL liegt bei über 40 Prozent am Paketmarkt und rund 85 Prozent am Briefmarkt. Der Konzern konkurriert mit Hermes, DPD, GLS und Amazon, das einige seiner Lieferungen eigenständig abwickelt.
Der Verband BPEX, welcher die Konkurrenten von DHL vertritt, führt den Anstieg eher auf eine steigende Bekanntheit des Verfahrens zurück als auf Versäumnisse. Im Vergleich zu den über vier Milliarden Paketsendungen, die 2025 in Deutschland zugestellt wurden, sei der Anteil der Schlichtungen minimal. Die Wettbewerber seien bemüht, jede einzelne Beschwerde ernst zu nehmen und investierten weiterhin in qualitative Verbesserungen. DHL selbst lehnte eine Stellungnahme zu den wachsenden Schlichtungsanträgen ab.
Die Telekommunikationsbranche erleidet einen ähnlichen Trend. Im letzten Jahr reichten Bürger 5.524 Anträge beim Schlichtungsdienst der Bundesnetzagentur ein, mehr als eine Verdopplung gegenüber 2024. Streitpunkte waren u.a. Vertragsbestimmungen, technische Probleme und langsames Internet. Insgesamt mündeten hier 1.274 Verfahren in eine Einigung.

