Strafzölle als Wolken am Himmel der Luftfahrtindustrie
Die Aussicht auf neue Strafzölle seitens der Trump-Administration wirft düstere Schatten über die ohnehin angeschlagene Luftfahrtindustrie. Nach Meinung des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) könnte dies schwerwiegende Folgen für die transatlantische Zusammenarbeit haben.
Die Hauptgeschäftsführerin des BDLI, Marie-Christine von Hahn, hebt hervor, wie eng verflochten die Lieferketten zwischen Europa und Amerika sind. Zahlreiche Grenzübertritte im Produktionsprozess unterstreichen diese gegenseitige Abhängigkeit.
Bereits vor diesem drohenden Zollstreit war die Branche durch die Nachwirkungen der Corona-Krise angeschlagen. Engpässe bei der Produktion und Zulassung von Passagierflugzeugen sorgten dafür, dass Maschinen zum knappen Gut wurden. Insbesondere Boeing kämpft mit erheblichen Lieferverzögerungen, was Fluggesellschaften wie Lufthansa und Ryanair in eine kritische Lage bringt.
Auch Airbus kann sich über mangelnde Nachfrage nicht beklagen, die Auftragsbücher sind voll. Das Duopol von Airbus und Boeing dominiert nach wie vor den Weltmarkt, wobei beide Hersteller auf Zulieferer aus dem jeweils anderen Kontinent angewiesen sind.
Von Hahn unterstreicht, dass der wahre Profiteur der transatlantischen Strafzölle nur der Wettbewerb aus anderen Weltregionen sein könnte, da sie die Wettbewerbsfähigkeit des Westens schmälern. Mit großem Nachdruck setzt sich der Verband deshalb für eine zügige Lösung der Verhandlungen der EU-Kommission ein.

