Stiftung Warentest: E-Postbrief steckt voller Mängel
14. August 2010, 15:16 Uhr · Quelle: toptechnews.de
Seit rund einem Monat können sich Interessenten für die Nutzung des neuen E-Postbriefs der Deutschen Post registrieren und rechtsverbindliche Dokumente auf Wunsch ab 55 Cent digital versenden. Auch die Stiftung Warentest hat zwei Testpersonen zum ausführlichen Briefeschreiben verpflichtet. Ihre vorläufige Bilanz im Schnelltest: Die Post hat ein "unfertiges Produkt" auf den Markt gebracht, das seine Nutzer mit unzähligen Macken quält.
"Die holprige Aufladung des Guthabens, die langen Ladezeiten und die fehlerhafte Eingabemaske verleiden dem Absender das elektronische Briefeschreiben. Hinzu kommt: Bei ausgedruckten Briefen weiß niemand, was am Ende beim Empfänger ankommt", lautet das vernichtende Fazit. Bereits die Anmeldung sei problematisch gewesen, schreiben die Tester. Während das erste Konto nach sechs Tagen zur Verfügung stand, erfolgte die Freischaltung des zweiten erst nach dreieinhalb Wochen. Nach einem Ansturm von über 250.000 Registrierungen in den ersten zwei Tagen hatte die Post zwar auf Verzögerungen hingewiesen, jedoch von wenigen Tagen gesprochen. Ob die lange Wartezeit ein Einzelfall ist oder durch fehlende Kapazitäten der Post häufiger vorkommt, ließ sich offenbar nicht klären. Laut Stiftung Warentest sagte Postsprecher Uwe Bensien lediglich, das System werde derzeit kontrolliert hochgefahren. Ab Oktober soll der Anmeldevorgang schneller vonstatten gehen.
Anlass zur Kritik gab auch die Ausgestaltung der Guthabenaufladung. So greife die Postabfrage auf veraltete Bankdaten zurück, bietet nur wenige Einzahlungsmöglichkeiten und akzeptiere lediglich volle Euro-Beträge, obwohl auf dem Online-Formular 55 Cent voreingestellt seien. Das nächste Ärgernis lauert nach Test-Angaben bei der integrierten Suche nach E-Postadressen. Diese liefere oftmals nur ungenaue Personenangaben und sei kaum eine Hilfe. Wer die E-Postanschrift eines Empfängers nicht kenne, müsse auf den normalen Briefweg ausweichen.

Der E-Postbrief kommt. Laut Stiftung Warentest allerdings verspätet, fehlerhaft und ohne Anhänge. Screenshot: onlinekosten.de
Schwerwiegender sei aber das vollständige Versagen der Anhangsübermittlung. Werde einem E-Postbrief etwa ein PDF-Dokument ohne Seitenrand hinzugefügt, trete eine Fehlermeldung auf und der Versand schlage fehl. Anhänge ließen sich zudem nicht löschen. Und gelingt der Versand einmal, drucke die Post Grafiken sowie Bilder unvollständig und Farbfotos überhaupt nicht aus. Bei der Abrechnung geht es hingegen zu, wie bei der Entwicklung von Urlaubsbildern. Gezahlt wird im Voraus und auch dann, wenn das Ergebnis unbrauchbar ist. Pro Farbseite habe die Post 10 Cent kassiert - mit oder ohne Fehldruck. Darüber hinaus seien selbst normale Textbriefe abweichend von der Online-Druckvorschau ausgegeben worden. Der Absender könne generell nicht einschätzen, was der Empfänger erhalte. Sollte es sich bei den Mängeln nicht um temporäre Probleme, sondern tiefgreifende Fehler im System handeln, werden die meisten der elektronischen Briefe daher vielleicht bald nach Bonn gehen. Als Beschwerden an die Postzentrale.
E-Postbrief: "Holprig, langsam, fehlerhaft"
"Die holprige Aufladung des Guthabens, die langen Ladezeiten und die fehlerhafte Eingabemaske verleiden dem Absender das elektronische Briefeschreiben. Hinzu kommt: Bei ausgedruckten Briefen weiß niemand, was am Ende beim Empfänger ankommt", lautet das vernichtende Fazit. Bereits die Anmeldung sei problematisch gewesen, schreiben die Tester. Während das erste Konto nach sechs Tagen zur Verfügung stand, erfolgte die Freischaltung des zweiten erst nach dreieinhalb Wochen. Nach einem Ansturm von über 250.000 Registrierungen in den ersten zwei Tagen hatte die Post zwar auf Verzögerungen hingewiesen, jedoch von wenigen Tagen gesprochen. Ob die lange Wartezeit ein Einzelfall ist oder durch fehlende Kapazitäten der Post häufiger vorkommt, ließ sich offenbar nicht klären. Laut Stiftung Warentest sagte Postsprecher Uwe Bensien lediglich, das System werde derzeit kontrolliert hochgefahren. Ab Oktober soll der Anmeldevorgang schneller vonstatten gehen.
Anlass zur Kritik gab auch die Ausgestaltung der Guthabenaufladung. So greife die Postabfrage auf veraltete Bankdaten zurück, bietet nur wenige Einzahlungsmöglichkeiten und akzeptiere lediglich volle Euro-Beträge, obwohl auf dem Online-Formular 55 Cent voreingestellt seien. Das nächste Ärgernis lauert nach Test-Angaben bei der integrierten Suche nach E-Postadressen. Diese liefere oftmals nur ungenaue Personenangaben und sei kaum eine Hilfe. Wer die E-Postanschrift eines Empfängers nicht kenne, müsse auf den normalen Briefweg ausweichen.

Der E-Postbrief kommt. Laut Stiftung Warentest allerdings verspätet, fehlerhaft und ohne Anhänge. Screenshot: onlinekosten.de
Verspätete Zustellung und leere Blätter
Und stößt dort womöglich auf die nächsten Stolpersteine. So hat die Post bereits Anfang August angekündigt, Montags vorläufig noch keine ausgedruckten E-Postbriefe zuzustellen. An anderen Werktagen verspricht das Unternehmen den Transport aber innerhalb eines Tages. Soweit die Theorie. Im Versuch gelang das nur teilweise. So seien mehrere am Dienstagnachmittag abgeschickte Briefe erst donnerstags am Bestimmungsort eingetroffen, monierten die Tester. Zudem fehle bei der Online-Adresseingabe eine Prüfung der eingegebenen Daten. Fehlerhafte Postleitzahlen würden etwa nicht beanstandet.Schwerwiegender sei aber das vollständige Versagen der Anhangsübermittlung. Werde einem E-Postbrief etwa ein PDF-Dokument ohne Seitenrand hinzugefügt, trete eine Fehlermeldung auf und der Versand schlage fehl. Anhänge ließen sich zudem nicht löschen. Und gelingt der Versand einmal, drucke die Post Grafiken sowie Bilder unvollständig und Farbfotos überhaupt nicht aus. Bei der Abrechnung geht es hingegen zu, wie bei der Entwicklung von Urlaubsbildern. Gezahlt wird im Voraus und auch dann, wenn das Ergebnis unbrauchbar ist. Pro Farbseite habe die Post 10 Cent kassiert - mit oder ohne Fehldruck. Darüber hinaus seien selbst normale Textbriefe abweichend von der Online-Druckvorschau ausgegeben worden. Der Absender könne generell nicht einschätzen, was der Empfänger erhalte. Sollte es sich bei den Mängeln nicht um temporäre Probleme, sondern tiefgreifende Fehler im System handeln, werden die meisten der elektronischen Briefe daher vielleicht bald nach Bonn gehen. Als Beschwerden an die Postzentrale.

